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Geiselnehmer von Gladbeck : Gericht beschließt Freilassung von Dieter Degowski

Dieter Degowski mit der Geisel Silke Bischoff nach dem Banküberfall in Gladbeck-Rentfort 1988 Bild: dpa

Einer der beiden Geiselnehmer von Gladbeck, Dieter Degowski, wird nach fast 30 Jahren Haft entlassen. Auch zu seinem Antrag auf Namensänderung gibt es eine Entscheidung.

          Der Gladbecker Geiselgangster Dieter Degowski wird nach beinahe 30 Jahren Haft in Bälde aus der Justizvollzugsanstalt Werl entlassen. Das hat das Landgericht Arnsberg nach umfassender Prüfung am Dienstag entschieden. Die zuständige Strafvollstreckungskammer habe Gutachten und Stellungnahmen eingeholt und sich den positiven Prognosen angeschlossen, sagte ein Gerichtssprecher. Nunmehr seien die gesetzlichen Bedingungen für eine Strafaussetzung auf Bewährung erfüllt. Die Freilassung sei in den kommenden Monaten geplant. Der Geiselgangster war schon seit mehreren Jahren mit Haftlockerungen auf die Freiheit vorbereitet worden.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Degowski hatte im August 1988 gemeinsam mit seinem Freund Hans-Jürgen Rösner eine Bank in Gladbeck überfallen und war dann mehr als zwei Tage lang mit wechselnden Geiseln durch Deutschland geirrt. Bei dem spektakulären Verbrechen waren drei Menschen zu Tode gekommen: Degowski und Rösner erschossen zwei Geiseln, ein Polizist verlor während der Täterverfolgung bei einem Verkehrsunfall sein Leben. Degowski hatte die für ihn „wegen besonderer Schwere der Schuld“ auf 24 Jahre festgesetzte Mindesthaftzeit zwar schon 2012 hinter sich gebracht. Das Landgericht Arnsberg hatte aber entschieden, dass er erst nach „umfangreichen Entlassungsvorbereitungen“ freikommen kann. Seither hat Degowski zahlreiche Ausgänge einwandfrei bewältigt.

          Degowski hat einen geringen Intelligenzquotienten. In der JVA Werl gelang es ihm erst nach mehreren Anläufen, eine Kochlehre abzuschließen. Um ihm die Wiedereingliederung zu erleichtern, werde Degowski eine neue Identität bekommen, sagte der Gerichtssprecher. Er werde der Aufsicht eines Bewährungshelfers unterstellt und in ein soziales Netz eingebunden, auch wo Degowski wohnen werde, sei geklärt. Die Entscheidung des Landgerichts ist noch nicht rechtskräftig. Rösner, der als der Kopf des Duos galt, sitzt weiter in der JVA Aachen ein.

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