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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Geiselnahme mit fünf Toten in Karlsruhe Hereingelassen, gefesselt, erschossen

 ·  Ein Mann, der seine Wohnung in Karlsruhe räumen sollte, hat vier Menschen als Geiseln genommen und nach Angaben der Staatsanwaltschaft „regelrecht hingerichtet“. Anschließend tötete er sich selbst. Offenbar war die Tat geplant.

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Peter  Roers

Illegaler Waffenbesitzt

Hoch Interessant – in Deutschland geschieht ein Kapitalverbrechen und man diskutiert über die verfehlte Lohn und Sozialpolitik der Bundesregierung. Wäre dieser Täter ein Sportschütze oder Jäger gewesen hätten man sich auf eine weitere Verschärfung des Waffengesetzt „eingeschossen“. Letztlich scheinen sich weder Bürger, Politik oder Polizei dafür zu interessieren, wo die illegalen Waffen eigentlich herkommen! Das ist eine Diskussion die ich bei allen schlimmen Verbrechen der letzten Zeit völlig vermisse! Als die russische Armee die neuen Bundesländer verlassen hat konnte man an den damaligen Kasernentoren Alles kaufen um einen Rambofilm blass aussehen zu lassen. Hier ist doch mal eine öffentliche Diskussion zu führen mit welchen Mitteln man den illegalen Waffenbesitzt in Deutschland möglichst zurückfahren kann aber das geschieht leider nie! Das tut weh…

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Carsten Zimmermann

In der Tat

sind meine Argumente einfach, allerdings mit großer Wirkung auf die Betroffenen. Ich gehe einmal davon aus, dass Sie noch nie in dieser Situation waren, ich hingegen schon! Und wenn meine Gründe so einfach sind, warum wurden Sie dann nicht verhindert. Unsere Regierungen machen doch die Gesetze und auch bei den vielen Nullrunden wurde vom Staat Druck auf die Gewerkschaften gemacht. Auch fallen Missstände in die Zuständigkeit des Staates! Ohne diese ganzen Dinge, wäre der psychische Druck wesentlich geringer, oder finden Sie nicht?

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Tobias Meinecke

Schweres Versäumnis der Kripo?

Obwohl bereits mehrer Schuesse gefallen waren, zwei Personen verletzt wurden, man keinerlei Kontakt mit dem Täter herstellen konnte, vergehen 3 Std bis die Polizei stürmt. Hier wurden anscheinend fatale Fehlschlüsse gezogen.

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Jürgen Riemenschneider

Unfaßbar

Herr Meier das war heute die Antwort von Ihnen. Wie ich im TV gesehen habe arbeiten Frisöre für 511 € im Monat. Frage mich wie Sie das Erklären. Im Übrigen waren die Beiden in Karlsruhe 53 u. 55 Jahre alt da gibt es keine Arbeit mehr, das sollte auch Ihnen bekannt sein. Es geht hier nicht darum immer nach den Staat zu rufen, es geht darum das der Staat solche Auswüchse unterbindet. Solche Löhne bedeutet auch das diese Leute als Rntner immer auf Sozialhilfe angewiesen sind. Freuen Sie sich Herr Meier das Sie gut Verdienen dann können Sie auch guten Gewissens solche Meinungen vertreten.

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Jann Harms
Jann Harms (Janek1972) - 04.07.2012 21:35 Uhr

Zu einfach

Herr Zimmermann macht es sich meiner Meinung nach etwas zu einfach, in dem er die Schuld einseitig dem Staat bzw. der Sozial- und Lohnpolitik zu schiebt.
Viele Menschen haben den sozialen Absturz erlebt, aber von denen wurde keiner zum mehrfachen Mörder. Mord/Selbstmord ist auch ein Zeichen von starkem Narzissmus - nach der Denkweise: "Wenn ich untergehe, dann nehme ich Euch alle mit, denn wenn ich leide müssen alle bestraft werden."
Vergessen wir nicht, dass es sich bei den getöteten um Menschen handelte die Familie haben und sich noch heute morgen zu einem ganz normalen Arbeitstag von ihren Lieben verabschiedeten! Dazu noch die Lebensgefährtin des Täters, ein Mensch der ihn sicherlich liebte. Wie kaputt und egoistisch muss man sein um aus Hass und Rachsucht vier Menschen zu töten und dutzende weitere Leben (der Angehörigen) zu zerstören?
Und wie ideologisch geprägt muss man sein um das auch noch zu rechtfertigen?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 05.07.2012 12:06 Uhr
Closed via SSO

Nein Herr Harms

rechtfertigen kann man diese Tat sicher nicht - aber versuchen zu verstehen. Da kann man mal sehen, wozu ein Mensch in der Lage ist, der keinen Ausweg mehr sieht! Schlimm, dass es in einem zivilisierten Land wie Deutschland soweit kommen muss! Warum hat niemand diesem Mann vorher geholfen statt ihn jetzt via Zwangsversteigerung und Zwangsräumung aus seinem "Nest" zu werfen? Womöglich in ein Männerwohnheim, in dem es von drogenabhängigen Arbeitslosen - meist Jugendlichen - nur so wimmelt. Bei uns um die Ecke ist ein solches Wohnheim. Ehrlich gesagt, freiwillig möchte ich da nicht leben müssen. Da bleibt manchem Verzweifelten offenbar wohl nur der Ausweg in den Freitod - nur, warum nimmt man da andere mit? Wir können ihn - leider - nicht mehr fragen.

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Winfried Weihrauch

Für Mord gibt es keine Rechtfertigung

Der Mord an vier unschuldigen und zum Teil völlig fremden Menschen ist ein unverzeihliches Verbrechen. Für eine solche Handlung gibt es weder eine Erklärung noch eine Rechtfertigung. Die Stadt Karlsruhe hatte der Vollstreckung einen Sozialarbeiter beigestellt um den Absturz ins Bodenlose zu verhindern. Die Gefahr der Obdachlosigkeit bestand wohl nicht und für Waffen, Zigaretten und Bier war Geld vorhanden.

Auch der übliche Reflex Rot-Grüner Politiker, den privaten Waffenbesitz zu verbieten, läuft ins leere, der Täter hatte die Waffen nicht legal. Das Ganze hinterlässt uns in Ratlosigkeit. So bleibt Nichts außer den Angehörigen unser tiefes Mitgefühl zu übermitteln, der Rest ist Schweigen.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 05.07.2012 12:30 Uhr
Zeh Haans
Zeh Haans (sonderhai) - 05.07.2012 12:30 Uhr

sinnfrei

die Motive für Selbstmord, auch erweiterten, wie hier, sind so vielfältig wie das Leben selbst. Da fragt sich schon sehr, wie Sie dem mit "Korrektur" der "entsprechenden Vorschriften" begegnen wollen. In diesem konkreten Fall spielt vermutlich "Rache" als Motiv eine wichtige Rolle. Wollen Sie zukünftig Zwangsversteigerungen verbieten, weil der Betroffene den Wunsch entwickeln könnte, den Käufer zu ermorden, zusammen mit dessen "Schergen", dem Gerichtsvollzieher und wer sonst so gerade zur Hand ist?

Als von drohender Zwangsräumung Betroffener hat man zunächst allerlei Rechte gegenüber dem Wohnungseigentümer, was Ihnen jedes Opfer von Mietnomaden bestätigen kann. Und man hat sich alsbald um eine neue Unterkunft zu kümmern. Finden Sie das unzumutbar? Die Allermeisten schaffen das ohne Probleme. Und ohne jemanden zu ermorden.

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Closed via SSO

Da gebe ich Ihnen recht, Herr Weihrauch aber

warum hat man erst jetzt den Sozialarbeiter geschickt? Warum setzt man solche Menschen nicht ein, um Zwangsversteigerungen zu verhindern? Um Menschen, die nach xhunderten von Bewerbungen und ständigen Absagen die Hoffnung längst aufgegeben haben (ich kenne einige davon, jenseits der 40, die schon seit mehreren Jahren nur Absagen bekommen oder nur Stellen bei Zeitarbeitsfirmen angeboten bekommen, von deren Gehalt man nicht leben und nicht sterben kann), wieder in Lohn und Brot zu bringen? Und zwar in einen Lohn, von dem man seine notwendigen Kosten auch zahlen kann ohne hinterher nichts mehr zu essen zu haben! Sicher war Bier da und auch Zigaretten, aber das ist doch oft das einzige Elend, was sich solche Menschen noch "gönnen"! Der Staat muss etwas gegen Lohndumping und Ausbeutung unternehmen. Der Staat muss es fördern, dass Menschen jenseits der Altersgrenze 40 noch Chancen auf einen vernünftig bezahlten Arbeitsplatz haben. Länger arbeiten sollen alle, aber wer stellt ältere ein?

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Carsten Zimmermann

Das ist schon richtig

allerdings ist ja solch eine Tat das Ende einer Entwicklung. Eine Zwangsräumung ebenfalls! Selbstverständlich rechtfertigt das solch eine Tat nicht. Und natürlich steht das Mitgefühl an erster Stelle! Allerdings sollte man aus Respekt für die Opfer auch die Motive hinterfragen. Selbiges macht man doch bei Unglücken ebenfalls und korrigiert anschließend die entsprechenden Vorschriften!Deswegen stellt sich die Frage ob die Tat vermeidbar gewesen wäre? Denn es wie bei vielen Suizids, sind das alles Verzweiflungstaten aus Gründen des sozialen Absturzes! Und diesen hat der Staat mit zu verantworten!

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Patrick Jütte
Patrick Jütte (MaNic22) - 04.07.2012 20:48 Uhr

Geschmacklos geschrieben

Es mag bei manchen Artikeln nett und angemessen sein kleine Alltagsgeschichten in die Artikel zu integrieren - wie des kleinen Schulmädchens aus "Smiley West".
Aber bei einem Bericht von einer vierfachen Exekution ist das überflüssige Verharmlosung, nicht wirklich angebracht. Zumal dann noch von den armen Menschen erzählt wird, der Biologiestudentin und ihrem Freund, der ihr Treffen verpasste, und den Tatort-Fans und Bewohnern, die aufgeregt von Polizeistürmungen "wie im Film" sprechen.

Man könnte hier fast vergessen, wie brutal dieser Vorfall eigentlich war.

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Michael Meier
Michael Meier (never1) - 04.07.2012 18:55 Uhr

@Zimmermann

..klar, der Staat war schuld. Ist immer der Staat, die Transferleistungen müssen noch höher werden. Tun Sie was...verdienen Sie Geld und verteilen es in Ihren Augen Bedürftige .

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 05.07.2012 10:03 Uhr
Marvin Parsons
Marvin Parsons (mapar) - 05.07.2012 10:03 Uhr

Urban Legend

Die "Kostenexplosion" durch den Euro existiert nicht. Wenn man nach konkreten Beispielen fragt, kommen oft gefühlte Preise. Man kann das aber im Internet nachprüfen, es war vor 2002 nicht alles kostenlos.

Alle wirklich starken Preisanstiege der letzten zehn Jahre sind vom Staat verursacht: Energie (Klimarettung, Schutz vor Tsunamis in Deutschland), staatliche Gebühren, Mehrwertsteuer (um noch mehr Geld verteilen zu können) usw.

Gerade das Wohnen ist real sogar billiger als zu DM-Zeiten, weil die Mieten seither stagnieren, und (im Fall des Kaufs) die Darlehenszinsen stark gesunken sind.

Es gibt keinen Grund, solch eine Tat durch den eigenen Gesellschaftshaß und Frust zu rechtfertigen.

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Carsten Zimmermann

Natürlich hat der Staat schuld

Hätte der Staat bei der Euroeinführung die Preise überwacht, wäre es auch nicht zu so einer Kostenexplosion gekommen. Und warum sind die Reallöhne gesunken? Weil die Menschen es so wollten? Wer hat mit der Leiharbeit ganze Branchen kaputt gemacht? Warum wurden Gesetzesverstöße in der Lebensmittelbranche nicht verfolgt. LKW Fahrer mussten unversichert Lagerarbeit verrichten. Dafür haben sich die Konzerne tausende Stellen eingespart. Das sind alles Dinge die der Staat zu kontrollieren hat. Das hat mit den Transferleistungen erst einmal nichts zu tun! Die kommen dann noch dazu! Sie sollten einmal in die Siedlungen gehen und einmal sehen was wirklich abläuft. Auch möchte ich Ihre Augen sehen, wenn Ihnen ihre Rentenversicherung sagt, sie bezahlt Ihnen nur 12 Monate die vereinbarte Rente, wie es seit der Hartz4 Einführung beim Arbeitslosengeld ergeht. Auch wehre mich dagegen, es wäre kein Geld da! Das Geld war schon immer da, nur wurde es verschwendet! Wachen Sie auf

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Carsten Zimmermann

Sinnlos,aber es wird wohl häufiger zu

solchen Taten kommen. Der Sozial-Absturz der unteren und bald mittleren Einkommensgruppen ist eine Folge der Sozial und Lohnpolitik der letzten 10-12 Jahren. Dazu eine Altersarmut,hohe Arbeitslosigkeit und die damit verbundene Perspektivlosigkeit. Von den Gängeleien der Ämter und den Sozialhass der noch wohlhabenden Gesellschaftsschicht ganz zu schweigen. Nicht nur in den Südländern brodelt es. Man muss nur die Suchtstatistiken lesen. Das ist zumeist der erste Fluchtweg...dann leider so etwas!

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 05.07.2012 05:20 Uhr
Heiner Peters

Ein entscheidender Punkt ist,

dass die allermeisten Betroffenen aber nicht auf den Gedanken kommen, ein Massaker zu begehen!

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nick fury
nick fury (monoman) - 04.07.2012 19:23 Uhr

Sie haben da wohl nicht ganz unrecht..

..in dem, was sie beschreiben, nur sind die Tendenzen wachsender sozialer Ungerechtigkeit ja kein unabänderbares Naturgesetz. So erfährt diese Gesellschaft, die selbstverständlich Menschen auf die Strasse setzt, aber kein Problem damit hat, Häuser für Autos oder leerstehende Büros zu bauen, in letzter Zeit ja zunehmend Gegenwind in Form der occupy- oder attack-Bewegung. Hier scheint sich so langsam etwas wie eine neue soziale Bewegung zu artikulieren von Leuten, die die Gesellschaft durchaus für veränderbar erachten.

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Jahrgang 1966, politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

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