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Donnerstag, 16. Februar 2012
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Gefangenen-Mißhandlung Drei Jahre Haft für Lynndie England

28.09.2005 ·  Die amerikanische Soldatin Lynndie England ist wegen der Mißhandlung von Insassen des Gefängnisses Abu Ghraib bei Bagdad zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Ein Militärgericht im texanischen Fort Hood ordnete zudem ihre unehrenhafte Entlassung aus der Armee an.

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Wegen des Folter-Skandals im Bagdader Gefängnis Abu Ghraib bekannt gewordene amerikanische Soldatin Lynndie England ist wegen der Mißhandlung von Gefangenen zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Mit ihrem Strafmaß blieb die Militärjury im texanischen Fort Hood am Dienstag jedoch deutlich hinter den von der Staatsanwaltschaft geforderten vier bis sechs Jahren zurück.

Die Mißhandlungen der irakischen Gefangenen waren im Frühjahr 2004 durch Fotos öffentlich geworden und hatten weltweit Abscheu und Empörung ausgelöst. England ist auf vielen dieser Bilder zu sehen - unter anderem mit einem am Boden kriechenden Gefangenen an einer Hundeleine.

Schuldig in sechs von sieben Anklagepunkten

Die 22jährige hatte sich vor Gericht für ihre Taten entschuldigt. Sie habe den Rädelsführer der Gruppe, Charles Graner, geliebt, ihm vertraut und sei am Ende nur ausgenutzt worden, sagte England nach amerikanischen Medienberichten. Graner war bereits zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Er ist Vater des knapp einjährigen Kindes von England.

Für den Schuldspruch hatte die fünfköpfige Geschworenenjury am Montag lediglich zwei Stunden benötigt, bevor sie England in sechs von sieben Anklagepunkten für schuldig befand: Verschwörung zur Mißhandlung, Mißhandlung in vier Fällen und unzüchtiges Verhalten. Letzterer Punkt bezieht sich auf einen Vorfall, der ebenfalls in einem Foto festgehalten wurde: England zeigt auf die Genitalien nackter Gefangener, die zum Masturbieren gezwungen werden.

Staatsanwaltschaft: England handelte aus freien Stücken

In dem fünftägigen Prozeß hatte die Verteidigung die Obergefreitin der Reserve als leicht beeinflußbare Frau mit psychischen Problemen beschrieben. Der Staatsanwaltschaft zufolge handelte Lynndie England jedoch aus freien Stücken und aus Spaß an der Quälerei.

Der Prozeß war der zweite gegen die Soldatin im Zusammenhang mit den Vorgängen von Abu Ghreib. Im ersten Verfahren im Mai hatte sie sich in einer Vereinbarung mit der Anklagebehörde schuldig bekannt und im Gegenzug die Zusicherung einer erheblichen Strafmilderung erhalten. Der zuständige Richter akzeptierte die Übereinkunft dann aber nicht, nachdem die Verteidigung verschiedene Zeugen - darunter Graner - aufgeboten hatte, die aussagten, England habe auf Anweisung von oben gehandelt. Das entziehe dem Schuldbekenntnis die Grundlage, befand der Richter.

Der amerikanische Generalstabschef Richard Myers sagte zum Schuldspruch für England, die Mißhandlungen hätten die gesamten Streitkräfte belastet, obwohl es sich um die Fehltritte einzelner handele. Das Urteil gegen England sei ein weiteres Beispiel dafür, „daß die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden“.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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