http://www.faz.net/-gum-8y092

Freund mit Kreissäge getötet : Mehr als zwölf Jahre Haft für Studentin

  • Aktualisiert am

Die wegen Totschlages verurteilte Gabriele P. im Landgericht in München Bild: dpa

Ende 2008 hatte sie ihren Freund in Haar bei München beim Sexspiel mit einer Kreissäge getötet. Die Staatsanwaltschaft hatte eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen heimtückischen Mordes gefordert.

          Weil sie ihren Freund mit einer Handkreissäge umgebracht hat, ist eine Studentin zu zwölf Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Das Landgericht München sprach die 32-Jährige am Freitag des Totschlags an ihrem damaligen Lebensgefährten schuldig. Damit folgte das Gericht dem Plädoyer der Verteidigerin, die im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft keine lebenslange Freiheitsstrafe wegen heimtückischen Mordes gefordert hatte. Nach Überzeugung des Gerichts hat die Angeklagte den Mann Ende 2008 in Haar bei München beim Sexspiel mit der Kreissäge getötet.

          Als Beweismittel galten der Staatsanwaltschaft unter anderem Aufzeichnungen der Studentin, die diese zwei Jahre nach der Tat angefertigt hatte. Darin schilderte sie das Verbrechen. Ihr Freund sei dabei ans Bett gefesselt gewesen. Weil er eine zugeklebte Taucherbrille trug, konnte er nichts sehen.

          Vor Gericht hatte die Pädagogik-Studentin das Verbrechen gestanden. Die Umstände der Tat blieben allerdings bis zuletzt unklar. Als Tatmotiv gab die Angeklagte Angst vor ihrem Lebensgefährten an. Ihr damaliger Freund habe sie jahrelang gedemütigt und zu Sexspielen gezwungen, die sie nicht wollte.

          Sie könne sich nach wie vor nur daran erinnern, „die Kreissäge nach vorne gedrückt zu haben“, sagte sie vor Gericht. Wie es dazu gekommen sei, wisse sie nicht. Für ihre Verteidigerin eine glaubhafte Aussage: „Damit sie überhaupt weiterleben kann, musste sie eine Strategie entwickeln, deswegen hat sie es erfolgreich verdrängt“, sagte sie im Anschluss an ihr rund einstündiges Plädoyer.

          Erst 2016 kam die Tat ans Licht. Mit ihrem neuen Freund hatte die Angeklagte den Toten im Garten ihrer Wohngemeinschaft vergraben. Der Verlobte sitzt deswegen bereits im Gefängnis.

          „Kreissägen-Prozess“ : Über zwölf Jahre Haft für Studentin wegen Totschlags

          Quelle: dpa

          Weitere Themen

          Vergewaltiger zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilt Video-Seite öffnen

          Junges Paar überfallen : Vergewaltiger zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilt

          Das Bonner Landgericht hat den Angeklagten im Prozess um die Vergewaltigung einer Camperin in den Bonner Siegauen wegen besonders schwerer Vergewaltigung in Tateinheit mit besonders schwerer räuberischer Erpressung zu einer Freiheitsstrafe von elf Jahren und sechs Monaten verurteilt. Der Angeklagte hat die Tat bis zum Schluss bestritten.

          Lebenslange Haft für "Reichsbürger" Video-Seite öffnen

          Schuldig gesprochen : Lebenslange Haft für "Reichsbürger"

          Das Oberlandesgericht Nürnberg befand den sogenannten Reichsbürger von Georgensgmünd wegen Mordes für schuldig. Er hatte im Oktober 2016 einen Polizisten erschossen, als SEK-Beamte Waffen in seinem Haus sicherstellen wollten.

          Topmeldungen

          AfD im Bundestag : Die fremde Fraktion

          Mit der AfD-Fraktion zieht keine Truppe „Nazis“ in den Bundestag ein, und sie besteht auch nicht nur aus den Dumpfbacken, zu denen sie gemacht werden. Vielleicht verfahren CDU und CSU mit ihrem Schmuddelkind eines Tages ähnlich wie die SPD mit ihrem, der Linkspartei. Ein Kommentar.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.