23.11.2008 · Ein 33-Jähriger raste mit seinem Auto in das Haus seiner Schwiegereltern, erstach seine Frau sowie deren Mutter und legte Feuer. Seine im Haus schlafenden ein und drei Jahre alten Kinder konnten gerettet werden.
Bei einem Familiendrama in Osnabrück hat ein 33 Jahre alter Mann am Wochenende offenbar seine Frau und seine Schwiegermutter getötet und anschließend das Haus seiner Schwiegereltern in Brand gesteckt. Dabei erlitt der mutmaßliche Täter lebensgefährliche Brandverletzungen. Seine im Haus schlafenden ein und drei Jahre alten Kinder wurden von der Feuerwehr unverletzt aus dem Inferno in der Osnabrücker Reihenhaussiedlung gerettet.
Ob der Mann den Vorfall überlebt, ist noch ungewiss, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Osnabrück am Sonntag sagte. Der Verletzte liege im Koma in einer Dortmunder Spezialklinik. 40 bis 60 Prozent seiner Haut seien verbrannt. Bei Verbrennungen von 50 Prozent sei die Überlebenschance gering.
Polizei wusste von Streitigkeiten
Das Jugendamt kümmert sich um die beiden ein und drei Jahre alten Kinder des Ehepaares. Sie hätten von der Bluttat nichts mitbekommen, sagte der Staatsanwalt. Die Ermittlungen in Osnabrück sind dem Staatsanwalt zufolge abgeschlossen. Nun recherchieren die Behörden in Landshut, wo das aus Osnabrück stammende Ehepaar lebte.
Hintergrund der Tat waren offenbar Beziehungsstreitigkeiten. Bereits vor einem Jahr habe sich die Frau für mehrere Monate von dem 33-Jährigen getrennt und sei zu ihren Eltern nach Osnabrück gezogen, sagte Polizeikommissar Johannes Richter. Damals habe der Mann seiner Frau mit Selbstmord gedroht. Sie habe daraufhin die Landshuter Polizei alarmiert, die den Mann überzeugte, sich in ein Krankenhaus zu begeben. Die Frau habe damals ausgesagt, ihr Mann sei psychisch krank und schizophren, wolle sich aber nicht behandeln lassen.
Mit dem Küchenmesser erstochen
Am vergangenen Mittwoch hatte sich die Frau nach Polizeiangaben erneut von ihrem Mann getrennt und war zu ihren Eltern nach Osnabrück gefahren. Zu diesem Zeitpunkt soll sie bereits die Scheidung eingereicht haben. Der Mann sei ihr gefolgt und habe am Donnerstag mit einem Kanister in der Hand ans Fenster geklopft und verlangt, seine Kinder zu sehen. Seine Frau hatte das abgelehnt und die Polizei alarmiert, die in den Folgetagen vermehrt Streife in dem Viertel fuhr und in Kontakt mit der Familie stand.
Am Samstagmorgen gegen 6.00 Uhr alarmierten Nachbarn der Schwiegereltern Polizei und Feuerwehr. Eine Zeugin hatte den Angaben nach gesehen, wie der Täter zuerst den hohen Gartenzaun niedertrat und anschließend mit dem Wagen mit voller Wucht in das Wohnzimmer des Einfamilienhauses fuhr. Die Polizei nimmt an, dass er anschließend seine Frau und ihre 53 Jahre alte Schwiegermutter mit einem 30 Zentimeter langen Küchenmesser erstach und das Haus vermutlich mit Benzin in Brand steckte. Die Ermittler fanden am Tatort ein Messer mit Blutspuren.
Schwiegermutter starb im Krankenhaus
Als die Rettungskräfte am Haus eintrafen, fanden sie die zweifache Mutter leblos auf dem Flur. Die Obduktion ergab laut Staatsanwaltschaft, dass sie durch einen Stich ins Herz starb. Darüber hinaus wies die Leiche Stichverletzungen an Lunge und Leber und leichte Brandverletzungen auf. Die Schwiegermutter wurde mit schweren Schnittwunden im Ehebett gefunden. Sie starb wenig später im Krankenhaus. Ihr 66 Jahre alter Mann hatte sich mit einem Sprung durch ein Fenster gerettet. Er steht unter Schock. In dem Fall ermittelt eine 20-köpfige Mordkommission.
Warum muss immer erst etwas passieren, damit was passiert?
Timo Ullrich (tmo_ullrch)
- 23.11.2008, 19:30 Uhr