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Veröffentlicht: 17.06.2017, 10:45 Uhr

Frankreich Festnahmen nach Jahrzehnten

Es könnte des Drehbuch einer HBO-Serie sein: Nach fast 33 Jahren kommt es zu Verhaftungen im Mordfall des kleinen Grégory. Die dramatische Historie eines Verbrechens.

von , Paris
© Reuters Unter Bewachung: Jacqueline Jacob wird nach dem Verhör abgeholt.

Der Mordfall des kleinen Grégory schlug jahrelang die französische Öffentlichkeit in den Bann. Fast 33 Jahre nach dem Verbrechen scheint der Fall jetzt vor der Aufklärung zu stehen. Am Freitag sind der Großonkel und die Großtante des 1984 ermordeten Grégory Villemins in Untersuchungshaft genommen worden. Gegen Jacqueline und Marcel Jacob, beide 72 Jahre alt, wurde ein Strafverfahren wegen Beihilfe zum Mord und unterlassener Hilfeleistung eröffnet. Ihre Rolle ist noch unklar. Bislang haben beide im Verhör die Aussage verweigert. Staatsanwalt Jean-Jacques Bosc sagte, der Fall sei noch nicht gelöst: „Ich weiß nicht, wer der Täter ist.“

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Die Ermordung des vier Jahre alten Jungen am 16. Oktober 1984 bewegte Frankreich. Grégorys Leiche wurde in einem Bach in der Nähe seines Elternhauses in den Vogesen gefunden, seine Hände und Füße waren gefesselt. Zunächst deutete alles darauf hin, dass Bernard Laroche, ein Vetter des Vaters von Grégory, die Mordtat begangen haben könnte. Doch er wurde von den Ermittlern wieder auf freien Fuß gesetzt. Am 29. März 1985 erschoss Vater Jean-Marie Villemin in einem Akt der Selbstjustiz seinen Vetter mit einer Schrotflinte.

DNA-Spuren und anonyme Drohbriefe

Er verbüßte bereits seine Haft, als der Verdacht auf Grégorys Mutter Christine Villemin fiel. Die hochschwangere Frau wurde in Untersuchungshaft genommen, sie trat in einen Hungerstreik. Nach elf Tagen im Gefängnis wurde sie entlassen. Die Ermittlungen gegen sie wurden erst acht Jahre später fallengelassen. Die Justiz sprach sie von allen Vorwürfen frei. Der Fall wurde 1999 neu aufgerollt, jedoch ohne neue Erkenntnisse.

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Da eine Verjährung drohte, strengten die Eltern 2008 ein neues Ermittlungsverfahren an. Das Berufungsgericht in Dijon gab ihrem Antrag statt. Untersucht wurden DNA-Spuren, anonyme Drohbriefe, die die Familie vor der Tat erhalten hatte, sowie ein mysteriöser Bekennerbrief, der am Tag des Mordes abgeschickt worden war. Außerdem nahmen die Ermittler mit Hilfe einer Software die früheren Angaben aller Beteiligten unter die Lupe. Dabei fielen Unstimmigkeiten auf, die zu den Festnahmen führten.

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