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Ungarn : Kamerafrau nach Tritten gegen Flüchtlinge verurteilt

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Dieser Screenshot eines Videos zeigt die Kamerafrau des ungarischen Senders N1TV, wie sie am 8. September 2015 im ungarischen Röszke einen Flüchtling zu Fall bringt. Bild: Stephan Richter/Mediengruppe RTL/dpa

Auf dem Höhepunkt des Flüchtlingszustroms stellte eine ungarische Kamerafrau einem flüchtenden Mann mit einem Kind im Arm ein Bein. Nun hat sie dafür eine Strafe bekommen.

          Eine ungarische Kamerafrau, die im Sommer 2015 während der Arbeit absichtlich nach davonlaufenden Flüchtlingen trat, hat eine Bewährungsstrafe bekommen. Das Gericht in der südungarischen Stadt Szeged sah es in seinem Urteil am Donnerstag als erwiesen an, dass sich Petra Laszlo des Landfriedensbruchs schuldig gemacht hatte. Ein konkretes Strafmaß verhängte es nicht, sondern setzte die mögliche Bestrafung auf drei Jahre aus, wie das Budapester Internert-Portal „index.hu“ berichtete. Der Spruch erster Instanz ist noch nicht rechtskräftig.

          Laszlo, die für den zur rechtsextremen Jobbik-Partei gehörenden Internet-Fernsehsender N1TV arbeitete, hatte auf dem Höhepunkt des Flüchtlingszustroms nach Europa mit ihrem Verhalten Empörung ausgelöst. Videos von anderen Journalisten zeigten, wie sie einem Flüchtling mit einem Kind im Arm ein Bein stellte, woraufhin dieser samt Kind zu Boden fiel. Außerdem war zu sehen, wie sie einem kleinen Mädchen gegen das Schienbein trat.

          Der Jobbik-Sender kündigte ihr daraufhin. Später entschuldigte sich die heute 41-Jährige, behauptete aber zugleich, nur aus Angst vor den Flüchtlingen so gehandelt zu haben. Diese hatten im Grenzort Röszke bei Szeged eine Absperrung ungarischer Grenzpolizisten durchbrochen. In dem Prozess argumentierte Laszlo ähnlich. Der Richter hielt dies jedoch für unglaubwürdig.

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