http://www.faz.net/-gum-80val

Florida : Streit um Beschneidung eines kleinen Jungen

  • Aktualisiert am

Chases Vater Dennis Nebus (rechts) mit seinen Anwälten Bild: AP

Vor einigen Jahren hatte Heather Hironimus noch zugestimmt, ihren Sohn Chase beschneiden zu lassen. Heute ist der Junge vier Jahre alt und fürchtet sich vor der Operation. Seine Mutter will sie ihm ersparen – und wird festgenommen.

          Heather Hironimus, einer Mutter aus dem amerikanischen Bundesstaat Florida, droht der Umzug aus dem Frauenhaus in ein Gefängnis. Ein Gericht ordnete am Dienstag die Festnahme der Fünfunddreißigjährigen an, weil sie die Beschneidung ihres Sohnes verweigert hatte und nicht zu einer Anhörung erschienen war.

          In einem Streit mit dem Vater des vier Jahre alten Chase, mit dem sich Hironimus das Sorgerecht teilt, hatten mehrere Gerichte gegen die Mutter geurteilt. Sie hatte ihr 2012 schriftlich erteiltes Einverständnis zur Zirkumzision zurückgezogen, weil Chase Angst vor dem Eingriff habe. Außerdem wolle dem Jungen keine unnötige Vollnarkose zumuten. Ihr Anwalt teilte mit, sie halte sich mit dem Kind in einem Frauenhaus im Süden des Bundesstaates versteckt.

          Traditionell wurde bislang fast jeder zweite Amerikaner beschnitten. Inzwischen soll sich nur noch etwa jedes dritte Elternpaar dazu entschließen. In der jüdischen Gemeinde ist die Beschneidung üblich, doch Chases Familie ist nicht jüdisch. Sein Vater möchte die Beschneidung vielmehr aus prophylaktischen Gründen: Die vereinfachte Hygiene kann Krankheiten verhindern. Diverse Wählerinitiativen fordern, die Zirkumzision als Genitalverstümmelung zu verbieten.

          Quelle: F.A.Z./ceh./bähr

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Zukunft der Kanzlerin : Die zweite CDU-Reihe macht gegen Merkel mobil

          In der Union regt sich Widerstand gegen die Kanzlerin: Ein Ministerpräsident will über mögliche Merkel-Nachfolger debattieren, ein Innenminister erklärt die mögliche Jamaika-Koalition zum Sicherheitsrisiko. CDU-Generalsekretär Tauber versucht zu schlichten.
          Demo am spanischen Nationalfeiertag (12. Oktober) in Barcelona

          Krise in Spanien : Operation am offenen Herzen

          An diesem Donnerstag droht Katalonien die Entmachtung durch die Zentralregierung in Madrid. Doch das birgt große Risiken. Ein Kommentar.
          Sandra Maischberger diskutiert am Mittwochabend mit ihren Gästen über die Notwendigkeit eines Einwanderungsgesetzes.

          TV-Kritik: „Maischberger“ : Wenn Konfusion zur Methode wird

          Das Bild im Studio zeigt einen Flüchtlingstreck aus dem Jahr 2015 – musikalisch untermalt von der düsteren Melodie der amerikanischen Serie „House of Cards“. Die Sendung von Sandra Maischberger zum Thema „Einwanderungsgesetz“ stiftet große Verwirrung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.