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Fischerboot-Entführung Spanische Regierung verhandelt mit Piraten

23.04.2008 ·  Die spanische Regierung will mit den somalischen Piraten über die Freilassung des entführten Fischerbootes verhandeln. Sie rechnet jedoch mit längeren Gesprächen. Angeblich ist Madrid auch zur Zahlung eines Lösegeldes bereit.

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Die spanische Regierung will mit den somalischen Piraten, die ein spanisches Fischerboot mit 26 Menschen entführt haben, über eine Freilassung der Besatzung verhandeln.

Der spanische Botschafter in Kenia traf in der somalischen Hauptstadt Mogadischu ein, um Gespräche mit der somalischen Regierung und den Piraten aufzunehmen. „Bisher haben die Entführer noch keine Forderung gestellt“, sagte der spanische Außenminister Miguel Angel Moratinos. „Wir wissen nicht, was sie wollen.“

Zur Lösegeldzahlung bereit

Nach Angaben des spanischen Fernsehsenders TVE legte der Botschafter mit somalischen Regierungsvertretern ein gemeinsames Konzept für die Verhandlungen mit den Piraten fest. Diese haben mit dem entführten spanischen Fischerboot „Playa de Bakio“ mittlerweile vor der somalischen Küste geankert.

Der Botschafter hob hervor, dass die Verhandlungen sich einige Zeit hinziehen könnten. Wie die Zeitung „El País“ berichtete, ist Madrid gegebenenfalls auch zur Zahlung eines Lösegeldes bereit. Eine Fregatte der Kriegsmarine, die voraussichtlich an diesem Donnerstag vor der somalischen Küste eintrifft, soll in erster Linie der Abschreckung dienen.

Initiative bei den Vereinten Nationen

Unterdessen kündigte Madrid eine Initiative bei den Vereinten Nationen an. Damit wolle Spanien erreichen, dass die UN eine gemeinsame Flotte zur Sicherung bestimmter Regionen des Indischen Ozeans vor Piraten aufstelle, teilte die Regierung mit. Die Initiative erfolge in Absprache mit Frankreich, den Vereinigten Staaten sowie anderen europäischen und afrikanischen Staaten.

In Somalia nahmen derweil Regierungstruppen mehrere Piraten fest, die im Golf von Aden ein Schiff aus Dubai entführt hatten. Die Internet-Ausgabe der Zeitung „Gulf News“ meldete, die Truppen hätten die „Al-Khaleej“ gestürmt und alle Besatzungsmitglieder befreit.

Piraten droht Todesstrafe

Im Golf von Aden hatte es in den vergangenen Wochen mehrere Angriffe von Seeräubern gegeben. Die Besatzung der deutschen Fregatte „Emden“, die vor der Küste Ostafrikas kreuzt, hatte am Montag den Notruf eines japanischen Tankers erhalten. Ihr Erscheinen vertrieb die somalischen Piraten.

Den in Somalia festgenommenen Piraten droht nun in der halbautonomen Provinz Puntland die Todesstrafe. Abdullahi Said Samatar, der Sicherheitsminister von Puntland, sprach sich für ihre Hinrichtung aus. Die Regierung der Provinz hatte vor wenigen Wochen mit einer Gesetzesänderung die Möglichkeit geschaffen, Piraten zum Tode zu verurteilen.

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