Home
http://www.faz.net/-gus-756m8
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
50 Plus

Fingierte Nachnahmesendungen Beamter prellt Bundestag um 780.000 Euro

Jahrelang hat ein Bundesbeamter sein Gehalt illegal aufgebessert. Über erfundene Nachnahmesendungen flossen tausende Euro auf das Konto des Mitarbeiters der Poststelle im Deutschen Bundestag.

© dpa Vergrößern Schöner Schein: Der Beamte der Poststelle gab das abgezweigte öffentliche Geld mit vollen Händen aus.

Jahrelang hat ein Beamter aus der Poststelle des Bundestages mit fingierten Nachnahmesendungen Geld abgezweigt – und ist nun wegen Veruntreuung von 780.000 Euro zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Ein mitangeklagter Postbote erhielt vom Berliner Landgericht eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren.

Mit seiner Masche hatte sich der inzwischen vom Dienst suspendierte Beamte von März 2007 bis Januar 2012 jeweils das Dreifache seines Monatsgehalts zugeschustert. Insgesamt flossen rund 400.000 Euro auf das Konto des 43 Jahre alten Oberamtsmeisters. Das Geld sei verbraucht für den Lebensunterhalt, Foto-Workshops auf Ferieninseln und einen privaten Sporttrainer, hatte der Beamte behauptet. Die Staatsanwältin schloss aber nicht aus, dass der 43 Jahre alte Manndas Geld gebunkert hat. Der inzwischen entlassene Postbote war sparsam. Von seinem Anteil hat der 44-Jährige mit 300.000 Euro den Großteil zurückgezahlt.

„Das können wir noch besser machen“, sagte der Postbote

„Es ist schwer zu begreifen, mit welchem Selbstverständnis alles so lange laufen konnte“, betonte das Gericht. Der Beamte habe die Haltung entwickelt, dass die öffentliche Kasse die Machenschaften verkraften könne. Eine gewisse Betriebsblindheit und mangelnde Kontrolle im Arbeitsumfeld hätten es dem Beamten jedoch leicht gemacht. Andererseits habe ihm auch keiner den Griff in die Kasse zugetraut. Durch die Tat „wurde das Ansehen des Bundestages ein bisschen angekratzt, es entstand ein gewisser Imageschaden“, sagte Richter Herbert Hubrich außerdem.

Alles hatte damit begonnen, dass der Oberamtsmeister Nachnahmepakete an sich selbst geschickt hatte – gefüllt mit leeren Flaschen oder Papier. Der Postbote kam ihm auf die Schliche. „Das können wir besser machen“, hatte der für den Bundestag zuständige Zusteller gesagt und die Masche mit den lediglich fingierten Sendungen vorgeschlagen. Über das Zahlungssystem, das ohne Bargeld funktionierte, floss das Geld auf Konten der beiden.

Die Belege für die erfundenen Pakete hatte der Oberamtsmeister selbst ausgefüllt. Der Chef habe alles unterschrieben, erklärte der 43 Jahre alte Mann. Selbst eine Kassenprüfung durch den Bundesrechnungshof kam unbeanstandet zurück. Der Schwindel flog erst auf, als es eine neue Vorgesetzte gab.

Quelle: DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Studie Weniger Schwarzgeld in der Schweiz

Es waren mal 800 Milliarden Franken, heute sind es wohl nur noch 200 Milliarden. Das Schwarzgeld in der Schweiz wird laut einer Studie der Beratungsgesellschaft PwC weniger. Mehr

27.08.2014, 16:11 Uhr | Wirtschaft
Waffenlieferungen an Kurden Bundestag kommt zu Sondersitzung zusammen

Auch die Koalition befürwortet nun eine Sondersitzung des Bundestages zur grundsätzlichen Entscheidung des Merkel-Kabinetts, auch Waffen an die Kurden im Irak zu liefern. Mehr

21.08.2014, 17:15 Uhr | Politik
Waffenlieferungen in den Irak Grüne verlangen Bundestagsdebatte

Über Waffenlieferungen in den Irak soll nicht hinter verschlossenen Türen entschieden werden: Das verlangen Außenpolitiker der Grünen, aber auch Bundestagspräsident Lammert (CDU). Vorausgegangen war eine entsprechende Kabinettsentscheidung. Mehr

21.08.2014, 06:33 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 19.12.2012, 14:01 Uhr

Wegen Rückenschmerzen Clooney zur Behandlung in Solingen

Hollywoodstar George Clooney lässt seine Rückenschmerzen in der Klinik in Solingen behandeln. Britney Spears trennt sich von ihrem Freund und Brad Pitt und Angelina Jolie heiraten heimlich – der Smalltalk. Mehr 18

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden