Fünf Monate nach dem Mord an einem Anführer der Rocker-Gang „Hells Angels“ hat die Polizei vier Verdächtige festgenommen. Gegen die Männer sei Haftbefehl erlassen worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag in Karlsruhe mit. Weitere Angaben wurden unter Hinweis auf die noch laufenden Ermittlungen nicht gemacht. Ein Unbekannter hatte dem 42jährigen Rocker-Chef „Miko“ am 9. Januar in einem Karlsruher Innenstadt-Café in den Kopf geschossen. Die Ermittler gehen von einem Racheakt im Rotlichtmilieu aus.
Die anfänglich 40köpfige Sonderkommission „Magnat“ hatte in den vergangenen Monaten mehrere hundert Spuren zusammengetragen. Trotz einer ausgesetzten Belohnung von 5000 Euro waren zunächst nur sehr spärlich Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Bereits wenige Wochen nach der Tat bestand bei den Fahndern jedoch Gewißheit, daß der Todesschütze einen Komplizen hatte, der Schmiere stand und ihm nach den Schüssen den Rücken frei hielt.
Der ermordete 42jährige „Hells Angels“-Anführer hatte sich nach Polizeiangaben im Rotlichtmilieu betätigt. Erst im Dezember war der Mann knapp einem Sprengstoffanschlag entgangen. Eine unter seinem Wagen deponierte Bombe war nicht explodiert und von einem Passanten entdeckt worden.