http://www.faz.net/-gum-7p47h

Japan : Festnahme wegen Besitzes von Waffen aus 3D-Drucker

  • Aktualisiert am

Sieht aus wie Spielzeug: das Corpus Delicti Bild: AFP

Ein Japaner wurde festgenommen, weil er mit einem 3D-Drucker Waffen hergestellt hat. Erstmals haben die japanischen Behörden damit das Waffengesetz auf die 3D-Produktion angewandt.

          Wegen des Besitzes von Waffen aus einem 3D-Drucker ist ein Japaner festgenommen worden. Bei einer Razzia im Haus des 27 Jahre alten Universitätsmitarbeiters in Kawasaki bei Tokio beschlagnahmte die Polizei einen 3D-Drucker und fünf Waffen, von denen zwei dazu genutzt werden können, tödliche Schüsse abzugeben, wie der Fernsehsender NHK am Donnerstag berichtete. Laut der Nachrichtenagentur Jiji Press fanden die Ermittler allerdings keine Munition. Den Angaben zufolge ist es das erste Mal, dass Japans strenge Waffengesetze auf Pistolen und Gewehre aus einem 3D-Drucker angewandt wurden.

          Die Zeitung „Mainichi Shimbun“ berichtete auf ihrer Internetseite, der Mann habe zugegeben, die Waffen hergestellt zu haben. Er habe aber nicht gewusst, „dass dies illegal ist“. Die Polizei wurde auf ihn aufmerksam, nachdem er ein Video ins Internet gestellt hatte, in dem er mit den Waffen um sich feuert.

          Herausforderung für Gesetzgeber

          Obwohl auf Fernsehbildern zu sehen ist, wie der Mann abgeführt wird, wollte die Polizei die Medienberichte zunächst nicht bestätigen. Japans Waffengesetze sind äußerst streng - nur wenige Japaner besitzen deshalb Waffen oder sind überhaupt jemals mit ihnen in Berührung gekommen.

          Die rasche Entwicklung bei den 3D-Druckern, mit deren Hilfe auch komplexe Objekte aus Kunststoff produziert werden können, stellt die Gesetzgebung auf der ganzen Welt vor eine Herausforderung. So lassen sich etwa Waffen aus 3D-Druckern nicht mit den herkömmlichen Detektoren aufspüren, wie sie beispielsweise an Flughäfen eingesetzt werden.

          Quelle: FAZ.NET/AFP

          Weitere Themen

          Wenn Maschinen Krieg führen

          Autonome Waffen : Wenn Maschinen Krieg führen

          Minidrohnen greifen Armeen an, U-Boote jagen ohne Mannschaft: Das ist die Zukunft. Diese Art der Kriegsführung könnte sogar das strategische Patt der Atommächte ins Wanken bringen.

          Zweiter Verdächtiger festgenommen Video-Seite öffnen

          Anschlag auf Londoner U-Bahn : Zweiter Verdächtiger festgenommen

          Zwei Tage nach dem Bombenanschlag in der Londoner U-Bahn hat es eine zweite Festnahme gegeben. Dabei handele es sich um einen 21-jährigen Mann, der im westlichen Londoner Vorort Hounslow aufgegriffen worden sei, teilte die Polizei am Sonntag mit. Die Festnahme sei am späten Samstagabend kurz vor Mitternacht erfolgt.

          Topmeldungen

          Brandschutz mangelhaft : Dortmund räumt riesigen Hochhauskomplex

          Die Dortmunder Feuerwehr will am Donnerstag einen Hochhauskomplex mit mehr als 400 Wohnungen räumen. Aus Brandschutzgründen sei dies unumgänglich, teilt der Krisenstab mit. Wie lange das Gebäude evakuiert bleiben muss, ist noch unklar.
          Engelbert Lütke Daldrup

          Pannen-Flughafen : BER-Chef will bald Eröffnungstermin nennen

          Der Volksentscheid über den Weiterbetrieb des Flughafens Tegel steht an. Ausgerechnet jetzt will sich der BER-Geschäftsführer zum Eröffnungstermin des BER äußern. Zufall?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.