Home
http://www.faz.net/-gus-ryg2
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Falschgeld Stil-Blüten

15.03.2006 ·  Würden Sie einen 600 Euro-Schein wechseln? Oder der Nichte ein Bündel Eine-Million-Dollarnoten zur Erstkommunion schenken? Nein? Dann lesen Sie jetzt nicht weiter.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (0)

In einem Kölner Kiosk hat ein Unbekannter seine Zigaretten mit einem 600-Euro-Schein bezahlt und ist anschließend mit reichlich Wechselgeld von dannen gezogen. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, kaufte der Mann am Donnerstag abend zwei Stangen Zigaretten und reichte dem Verkäufer den 600-Euro-Schein. Dieser habe geglaubt, es handele sich um einen neuen und noch nicht so bekannten Schein, und dem Kunden nach kurzem Zögern sein Wechselgeld ausgehändigt.

Danach habe der Mann ohne Einwände mit den Zigaretten und reichlich gefülltem Portemonnaie den kleinen Laden verlassen, hieß es. Erst ein Bekannter des Geschädigten habe die blaue Banknote als Fälschung erkannt und die Polizei gerufen. Die Beamten fertigten eine Anzeige wegen Verdachts des Betruges und des Inverkehrbringens von Falschgeld. Der falsche 600-Euro-Schein weist der Polizei zufolge als Bezugsquelle eine nicht jugendfreie Internetseite auf, die auch 300-Euro-Scheine als Werbegag anpreist.

20.000-Dollar-Scheine zur Erstkommunion

Vor dem Landgericht München I müssen sich von heute an vier andere, ähnlich dreiste Falschgeld-Verteiler verantworten. In dem Prozeß geht es um den Handel mit falschen Ein-Million-Dollarnoten. Angeklagt sind drei Männer und eine Frau im Alter von 32 bis 47 Jahren. Der Hauptangeklagte, ein arbeitsloser und hoch verschuldeter Immobilienmakler, soll die „Blüten“ vor knapp einem Jahr in Serbien beschafft haben.

In der Folgezeit hat das Quartett laut Anklage für die gefälschten Scheine schlechter Qualität weitgehend erfolglos Abnehmer gesucht. Knapp 20.000 falsche Dollar soll ein Käufer in Amberg abgenommen haben, ein paar Scheine schenkte der Hauptangeklagte seiner Nichte zur Erstkommunion. Die vier gerieten schließlich an einen Scheinaufkäufer des bayerischen Landeskriminalamts.

Quelle: FAZ.NET mit Material von AP, dpa
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen