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Montag, 13. Februar 2012
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Fall Kampusch Spenden an Natascha Kampusch fließen in Hilfsprojekte

08.09.2006 ·  Die vom österreichischen Rundfunk eingeleitete Spendenaktion will Natascha Kampusch für soziale Projekte verwenden. Ihre Ausbildung und Wohnung wird sie mit Hilfe der an den Interviews beteiligten Zeitungen und Zeitschriften finanzieren.

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Das Entführungsopfer Natascha Kampusch will alle an sie gerichteten Spenden in Hilfsprojekte fließen lassen. Das sagte der Anwalt der 18jährigen, Gerald Ganzger, in Wien. Die junge Wienerin hatte bei ihren ersten Medienauftritten zwei Wochen nach ihrer Flucht aus den Händen ihres Kidnappers Wolfgang Priklopil angekündigt, sie wolle sich für Hungernde und für Frauen in schwierigen Situationen einsetzen.

Der Gesamterlös der vom österreichischen Rundfunk ORF eingeleiteten Spendenaktion will Kampusch demnach für soziale Projekte verwenden. „Sie hat deutlich gemacht, daß sie keinen einzigen Cent der Spenden für sich selbst beanspruchen will“, sagte der Anwalt. Ihre Existenzsicherung will sie allein aus der Rechteverwertung ihrer Interviews bestreiten.

Ihr Medienberater Dietmar Ecker hatte Hunderte Anfragen für Interviews aus aller Welt erhalten. Die Exklusivrechte für die ersten Gespräche wurden mit Bedingungen verknüpft. Der öffentlich-rechtliche ORF, der für den ersten Fernsehauftritt der jungen Frau nach eigenen Angaben „keinen Cent“ bezahlt hat, muß die Einnahmen aus der internationalen Vermarktung der Aufzeichnung an Kampusch weiterleiten. Die Zeitungen und Zeitschriften, die das Rennen um die ersten Interviews gewonnen hatte, sorgen auf unbestimmte Zeit für Ausbildung und Wohnsituation der jungen Frau.

Natascha Kampusch habe Urängste angesprochen

Ecker erklärt sich das große Interesse an Entführung und Flucht der jungen Frau auch dadurch, daß der Fall menschliche Urängste anspricht. „Das ist sicher eine Mischung aus verschiedenen Aspekten“, sagte er dem österreichischen Rundfunk ORF. Dabei spielten „Urängste vor dem Eingesperrtsein“ eine Rolle, aber auch Männerfantasien. „Und dann am Ende das Wunder, eine Art Wiederauferstehung“.

Die junge Frau sei mit ihrem Auftritt im Fernsehen zufrieden gewesen, denn es sei ihr gelungen, Mißverständnisse auszuräumen. So sei ihr Verhältnis zur Mutter in vielen Berichten falsch dargestellt worden. Sie habe Wert darauf gelegt, klar zu machen, daß sie ein sehr gutes Verhältnis zu ihrer Mutter habe. Auch das Ziel, mit dem Gang an die Öffentlichkeit Druck von der schwer traumatisierten 18jährigen zu nehmen, sei erreicht worden.

DNA-Vergleich brachte keine Ergebnisse

Die Polizei hat für ihre Befragungen der jungen Frau am Freitag eine Pause angekündigt. Sie will weiter ermitteln, ob der Entführer Wolfgang Priklopil mögliche Mitwisser oder Komplizen hatte und ob der 44jährige weitere Straftaten verübt hatte. In Österreich war der Mann nicht in Täter-Datenbanken aufgetaucht. Der Vergleich von Priklopils DNA mit der Datenbank der Interpol brachte nach Angaben eines Polizeisprechers bisher auch keine Ergebnisse.

Indessen wurden im Haus Priklopil die Ermittlungen weiter geführt. Mit Hilfe von Sachverständigen und Archäologen sei das Grundstück genau untersucht worden. Dabei sei auch ein Bodenradar zum Einsatz gekommen, um eventuelle Hohlräume aufzuspüren. Bisher seien jedoch keine kriminaltechnisch relevanten Ergebnisse bekannt, sagte ein Polizeisprecher der dpa am Freitag in Wien.

Quelle: FAZ.NET mit Material von DPA
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