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Fall Kampusch Die Justiz sucht wieder nach einem Komplizen

24.10.2008 ·  Der Entführungsfall Natascha Kampusch wird wieder aufgerollt. Eine neue Sonderkommission soll unter anderem klären, ob der Entführer einen Komplizen hatte. Kampuschs Anwalt sagte, seine Mandantin begrüße die Entscheidung, über einen zweiten Täter oder Mitwisser habe sie allerdings keinerlei Information.

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Die österreichische Justiz rollt den Entführungsfall Natascha Kampusch wieder auf. Die Ermittlungen könnten Medienberichten zufolge schon Ende kommender Woche aufgenommen werden. Unter anderem geht es um die Frage, ob der Entführer Wolfgang Priklopil allein für die Tat verantwortlich war oder einen Komplizen hatte. Kampuschs Anwalt sagte der österreichischen Nachrichtenagentur APA, seine Mandantin begrüße es, wenn weiter ermittelt werde. Über einen zweiten Täter oder Mitwisser habe sie allerdings keinerlei Information.

Das Justizministerium wolle ungeklärte Fragen aufgreifen, die sich aus dem Bericht einer Untersuchungskommission ergeben hätten, schrieb die österreichische Tageszeitung „Die Presse“. Nach wie vor im Raum stehe die Zeugenaussage eines damals zwölfjährigen Mädchens, wonach Natascha Kampusch im März 1998 von zwei Männern entführt worden sei. Zum Entschluss, den Fall neu aufzurollen, führten mehrere Besprechungen zwischen Innenministerium und Justiz, wie „Die Presse“ weiter berichtete.

Priklopils Freund wird wohl erneut überprüft

Im Innenministerium werde vermutlich an der Einsetzung einer Sonderkommission mit neuen Ermittlern gearbeitet. Ein Sprecher von Justizministerin Maria Berger bestätigte die Angaben. „Was in der Zeitung steht, stimmt“, sagte Thomas Geiblinger laut APA. Natascha Kampusch selbst könne zu den bevorstehenden Ermittlungen „wenig bis gar nichts beitragen“, sagte ihr Anwalt Gerald Ganzger der APA. Sie habe „keine eigene Wahrnehmung zu einem Mittäter“. „Ob es jemanden gab, der im Hintergrund mitgeholfen oder am Verlies mitgearbeitet hat, kann sie nicht wissen“, fügte Ganzger hinzu.

Video: Entführungsfall "Natascha Kampusch" geht in neue Runde

Kampusch wurde als Zehnjährige auf dem Schulweg entführt und knapp achteinhalb Jahre in einem Kellerverlies gefangengehalten. Im August 2006 entkam sie in einem unbeobachteten Moment. Priklopil nahm sich unmittelbar danach das Leben. Der Fall erregte in ganz Europa großes Aufsehen. Über die Wiederaufnahme von Ermittlungen berichtete bereits im Juni das Magazin „Stern“.

Mit einer neuerlichen Überprüfung seiner Rolle müsse ein Freund und Geschäftspartner Priklopils rechnen, schrieb „Die Presse“. Der heute 44-Jährige hatte stets beteuert, nichts von der Entführung gewusst zu haben. Sein Anwalt erklärte dem Bericht zufolge am Donnerstag, sein Mandant sei an einer restlosen Aufklärung interessiert und stehe den Behörden für weitere Fragen zur Verfügung.

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