Im Berufungsprozess um den Tod der 14 Jahre alten Kalinka ist am Donnerstag das Urteil gefallen. Der deutsche Arzt Dieter Krombach erhielt wegen Körperverletzung mit Todesfolge eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren. Von den Unschuldsbeteuerungen des Angeklagten hatte sich das in Créteil bei Paris tagende Berufungsgericht nicht beeindrucken lassen. Krombach flehte das Gericht an, er wolle nicht in Frankreich sterben. „Ich schwöre bei Gott, dass ich Kalinka weder vergewaltigt noch getötet habe“, sagte er. Das Berufungsgericht bestätigte aber das erstinstanzliche Urteil. Der Arzt war im Oktober 2011 bereits zu 15 Jahren verurteilt worden.
Der Fall der Jugendlichen beschäftigt die Justiz seit 30 Jahren. Das Mädchen war am Morgen des 10. Juli 1982 tot in seinem Bett gefunden worden, nachdem Krombach ihr am Abend zuvor eine Spritze gegeben hatte. Kalinka lebte damals mit ihrem Bruder, ihrer Mutter und ihrem Stiefvater Krombach am Bodensee. Kalinkas leiblicher Vater André Bamberski ist davon überzeugt, dass Krombach seine Tochter mit der Spritze betäubte und sie dann vergewaltigte und tötete.
Die deutsche Justiz hatte den Fall Kalinka 1987 ohne Anklageerhebung zu den Akten gelegt. Die Genitalien und inneren Organe des Mädchens, die zu rechtsmedizinischen Zwecken entnommen worden waren, verschwanden auf nie geklärte Weise. Auf Betreiben Bamberskis wurde Krombach 1995 in Frankreich in Abwesenheit zu 15 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. 2001 annullierte der Europäische Gerichtshof auf Betreiben Krombachs das Urteil als rechtswidrig. In Deutschland war Krombach 1997 wegen Vergewaltigung eines 16 Jahre alten Mädchen, das er zuvor mit einer Spritze betäubt hatte, zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden.
Im ersten Prozess in Paris waren mehrere Frauen als Zeugen aufgetreten, die von sexueller Gewalt durch den Arzt berichteten. Auch die Mutter Kalinkas, Danielle Gonnin, trat als Nebenklägerin auf. Die Französin war lange von der Unschuld ihres damaligen Mannes überzeugt, doch dann kamen ihr Zweifel. Deutschland hatte sich geweigert, den Arzt an die französische Justiz zu übergeben. Kalinkas leiblicher Vater Bamberski ließ Krombach 2009 von Hintermännern über die Grenze nach Mülhausen entführen. Krombach wurde dabei niedergeschlagen. Der 77 Jahre alte Mann geht seither an einer Krücke. Es steht noch ein Strafverfahren gegen Bamberski wegen Verschleppung aus.
Gleichheit? In BaWue versucht ein promovierter Tierarzt Haustüre
einzutreten-Staatsanwalt tut nichts
K Zinser (kzin)
- 21.12.2012, 17:20 Uhr
Ganz erstaunlich ist die Staatstreue dieses Vaters, der mein ganzes
Mitgefühl hat.
Sabine Mersmann (Sabine2772)
- 21.12.2012, 16:06 Uhr
Mehrfacher Justiz-Skandal in Deutschland und Frankreich, bitte nicht
mehr auf Rußland schimpfen.
Christoph Schwiers (C.Schwiers)
- 21.12.2012, 10:29 Uhr
doppeltes Unrecht
Xaver Grabner (xavergrabner)
- 21.12.2012, 09:43 Uhr
Mal von der Frage SChuld oder Unschuld abgesehen,
Hans-Jürgen Bletz (Echolotse)
- 20.12.2012, 19:55 Uhr