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Fall Fourniret "Ich war heute auf der Jagd"

07.07.2004 ·  Die Suche nach weiteren Opfern des geständigen Serienmörders Michel Fourniret in Frankreich droht mühsam und langwierig zu werden.

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Im Fall des mutmaßlichen Serienmörders Michel Fourniret haben sich die Ermittlungen am Mittwoch auf das mysteriöse Verschwinden seines Au-pair-Mädchens konzentriert. Fournirets Ehefrau Monique Olivier, die ihren Mann des Mordes an dem Mädchen beschuldigt hat, wurde am Vormittag im belgischen Dinant abermals vernommen.

Die Ermittler wollen vor allem die Identität des Mädchens klären, das im August 1993 im belgischen Sart-Custinne verschwunden war. Schon am Dienstag hatte die Spurensicherung das Haus Fournirets in Sart-Custinne durchsucht. Fourniret wies die Vorwürfe Oliviers nach Angaben seines Verteidigers am Mittwoch als "nicht exakt" zurück. Möglicherweise hätten die Ermittler Olivier unter Druck gesetzt, fügte Verteidiger Luc Balleux nach Angaben in der Online-Ausgabe der belgischen Zeitung "Le Soir" hinzu.

„Ich war heute auf der Jagd“

Die Suche nach weiteren möglichen Opfern Fournirets in der Nähe von Paris blieb unterdessen zunächst erfolglos. Olivier hatte ihrem Mann vorgeworfen, das Au-pair-Mädchen erdrosselt und den Leichnam in der Nähe von Sart-Custinne vergraben zu haben. Das Mädchen soll etwa 16 Jahre alt gewesen sein und ein akzentfreies Französisch gesprochen haben. Fourniret will den Namen des Au-pair-Mädchens vergessen haben.

Die belgische Zeitung "La Dernière Heure" veröffentlichte ein - inoffizielles - Phantombild des Mädchens, das nach Aussagen der Einwohner von Sart-Custinne angefertigt wurde. Es wird als bildhübsches, etwa 1,65 Meter großes Mädchen mit aschblondem Haar beschrieben. Fourniret hat behauptet, zwischen November 1990 und Mai 2000 keine weiteren Morde begangen zu haben. "Le Soir" veröffentlichte Auszüge aus den Aussagen Monique Oliviers.

Zum Schicksal der 1989 ermordeten Jeanne-Marie Desramault gab die 55 Jahre alte Frau demnach beispielsweise zu Protokoll: "Ich war schockiert von dem, was sich da vor meinen Augen ereignete." Im Fall der getöteten Céline Saison habe Fourniret am 16. Mai 2000 zu ihr gesagt: "Ich war heute auf der Jagd, ich bin zufrieden." Sie selbst habe sofort gewußt, was damit gemeint sei. Unterdessen gibt es in Frankreich Pläne, die komplexen Ermittlungen in Charleville-Mezières zu bündeln. Die Staatsanwaltschaft in Reims teilte am Mittwoch zudem mit, in den nächsten Tage solle - mit Hilfe eines europäischen Haftbefehls - Fournirets Überstellung von Belgien nach Frankreich erreicht werden.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.07.2004, Nr. 156 / Seite 7
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