06.06.2007 · Madeleines Eltern haben die Deutschen am Mittwoch in Berlin um Hilfe bei der Suche nach ihrer Tochter gebeten. Deutsche Portugal-Touristen sollen ihre Urlaubsfotos nach versteckten Hinweisen auf die Entführer durchforsten.
In einem verzweifelten Appell haben die Eltern der in Portugal verschwundenen Madeleine die deutsche Öffentlichkeit um Hilfe gebeten. Kate und Gerry McCann riefen deutsche Portugal-Touristen am Mittwoch in Berlin dazu auf, ihre Urlaubsfotos nach versteckten Hinweisen auf die Entführer zu durchforsten. Die Mutter zeigte den rosafarbenen Schlafanzug, den die vierjährige „Maddie“ in der Nacht ihres Verschwindens getragen hatte.
Kritik an seiner Medienkampagne wies das Ehepaar zurück. „Wir sind sehr verantwortungsvolle Eltern“, sagte Kate McCann, die auf der von der britischen Botschaft organisierten Pressekonferenz schmal und angegriffen wirkte. Solche Vorbehalte kämen nur von einer ganz kleinen Minderheit.
Nicht nur warten, warten, warten
Ihr Mann Gerry äußerte Verständnis, dass manche Menschen erstaunt über ihr Vorgehen seien. Doch die Kampagne gehe auf den Rat von Experten zurück. Man setze darauf, die Aufmerksamkeit wachzuhalten. Das schlimmste Gefühl sei anfangs die Hilflosigkeit gewesen. „Kate und ich haben Stärke dadurch gewonnen, dass wir die Suche aktiv betreiben können“, sagte der Vater. „Hätten wir uns Zuhause eingeschlossen und gewartet, gewartet, gewartet, dann wären wir nur noch Hüllen unserer selbst.“
Vermutungen, seine Frau und er könnten selbst in den Fall verstrickt sein, wies Gerry McCann zurück. Sie hätten garantiert nichts damit zu tun, betonte der 39-Jährige.
„Melden Sie sich!“
Die Eltern beschworen die Entführer oder potenzielle Mitwisser, sich zu melden. Irgendjemand wisse, wo Madeleine sei, sagte der Vater. Er appelliere an jeden, der Informationen haben könnte: „Bitte, gehen Sie zur Polizei!“ Ein Telefonanruf genüge, um das Drama zu beenden. „Wir wollen Madeleine zurück!“
Das Ehepaar bat deutsche Touristen, Urlaubsfotos zur Verfügung zu stellen, die in der fraglichen Zeit an der Algarve entstanden, und diese auf eine eigens eingerichtete Website zu laden. Man sei besonders interessiert an Menschen, die im Hintergrund von Fotos zu erkennen seien. Nach den Briten seien die Deutschen und die Niederländer die größten Urlaubergruppen in der Region. McCann wies darauf hin, dass immer noch nach einem etwa 35-jährigen, dunkelhaarigen Mann gesucht werde, der kurz vor dem Verschwinden von Madeleine beobachtet wurde, wie er ein Kind forttrug.
Treffen mit Wowereit
Nach der Pressekonferenz stand ein Treffen mit Staatssekretär Lutz Diwell vom Bundesjustizministerium auf dem Programm. Anschließend wollte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit die McCanns im Roten Rathaus empfangen. Das Elternpaar war am späten Dienstagabend mit einem Privatjet aus Portugal kommend in Berlin gelandet. Von dort aus wollte es am Mittwochabend nach Amsterdam weiterreisen.
Madeleine war am 3. Mai aus dem Ocean Club von Praia de Luz Club verschwunden. Die Eltern hatten Madeleine und die beiden zweijährigen Geschwister schlafend im Appartement zurückgelassen, während sie rund 50 Meter entfernt zu Abend aßen. Der Fall hat weltweit Aufsehen erregt. Seit dem Verschwinden ihrer Tochter reisen die Eltern - von professionellen Managern betreut - durch Europa und bitten um Hilfe. Diese Auftritte haben zuletzt nicht nur Zuspruch gefunden.
was ist eigentlich..
Jasmin Lattmann (sminja)
- 06.06.2007, 19:17 Uhr
Kampagne schärft Sinne
Franz Müller (Franzy)
- 06.06.2007, 21:46 Uhr
Verwundert
Lill-Karin Bryant (kb26919)
- 07.06.2007, 01:48 Uhr
On Tour
Wilhelm Friedrich (WillyF)
- 07.06.2007, 10:55 Uhr
Kommentare
jasmine blake (monty2108)
- 07.06.2007, 20:33 Uhr