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Bochum : Elf Jahre Haft für Uni-Vergewaltiger

  • Aktualisiert am

Der Täter (links) sitzt Ende April vor Prozessbeginn auf der Anklagebank des Landgerichts in Bochum neben seinem Verteidiger. Bild: dpa

Ein 32-Jähriger zerrt zwei chinesische Studentinnen an der Bochumer Ruhr-Uni ins Gebüsch und vergewaltigt sie. Dafür muss er lange in Haft. Die Opfer hätten aber noch länger zu leiden, sagen die Richter.

          Wegen der äußerst brutalen Vergewaltigung zweier chinesischer Studentinnen an der Ruhr Universität Bochum ist ein 32-Jähriger zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Der Angeklagte nahm das Urteil am Dienstag ohne Regung entgegen. Er hatte die Taten von August und November 2016 nach anfänglichem Schweigen zuvor doch noch zugegeben. Die Richter des Bochumer Landgerichtes machten jedoch deutlich, dass er auch ohne Geständnis verurteilt worden wäre.

          Die DNA-Untersuchungen der an beiden Opfern gesicherten Spuren belegten eindeutig die Täterschaft des Mannes. Das genetische Muster treffe nur auf einen von theoretisch 150 Billiarden Menschen zu. „Ich weiß nicht, ob es seit Adam und Eva überhaupt so viele Menschen gab“, bekräftigte Richter Volker Talarowski in der Urteilsbegründung.

          Trotz des Geständnisses sind die Richter davon überzeugt, dass der Angeklagte bis heute nicht richtig realisiert hat, was er den Frauen antat. „Durch seine Mimik und sein Verhalten in der Verhandlung haben wir den Eindruck gewonnen, dass ihm gar nicht bewusst ist, welches unendliche Leid er den Frauen zugefügt hat“, betonte der Richter.

          „Ich dachte, dass ich jetzt sterben muss“

          Die 22 und 28 Jahre alten Opfer waren jeweils auf einem Weg nahe der Universität in ein Gebüsch gezerrt und vergewaltigt worden. Die jüngere Frau wurde dabei außerdem vom Täter mit einem Strick stranguliert und fast getötet. „Ich dachte, dass ich jetzt sterben muss“, hatte sie vor Gericht in ihrer Zeugenvernehmung ausgesagt. Dazu war sie extra noch einmal aus China nach Bochum gereist.

          Die Richter wiesen in ihrer Urteilsbegründung darauf hin, dass der Angeklagte das Leben der beiden Opfer schwer beeinträchtigt hat. Beide Frauen seien bis heute nicht in der Lage, ihren Eltern von den schrecklichen Geschehnissen zu berichten. Zu dem verurteilten Täter sagte der Richter: „Elf Jahre sind eine lange Zeit. Aber die jungen Frauen werden zweifellos länger leiden als Sie.“

          Die Polizei hatte den 32-Jährigen festgenommen, nachdem der Freund eines der Opfer noch einmal in die Nähe des Tatorts gegangen war und dabei einen Mann in einem Gebüsch beobachtet hatte. Der Zeuge fotografierte den Verdächtigen. In einer nahe gelegenen Unterkunft für Asylbewerber machten die Ermittler den Mann daraufhin ausfindig. Der Iraker hatte dort zusammen mit seiner Familie gelebt.

          Quelle: dpa

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