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Einbruchserie in Hollywood Mit geklauten Klunkern der Stars

Paris Hilton, Orlando Bloom und Megan Fox sind prominente Opfer der Diebesbande „Bling Ring“. Die jungen Einbrecher wollten ihren Stars nahe sein und trugen ihre wertvolle Beute stolz zur Schau. Das wurde ihnen nun zum Verhängnis.

© picture-alliance/ dpa Transformers-Star Megan Fox war ebenfalls Opfer vom „Bling Ring”

An wohl keinem Ort der Welt liegen Phantasie und Wirklichkeit so dicht beieinander wie in Los Angeles. Doch der 19. Dezember 2008 ließ selbst für eine seiner prominentesten Bewohnerinnen die Grenze zwischen Show und Wirklichkeit noch stärker verschwimmen.

Während Paris Hilton damals auf der Geburtstagsparty von Sängerin Christina Aguilera unter dem Motto „Uhrwerk Orange“ bis in die frühen Morgenstunden tanzte, räumte eine Jugendbande, die aus Kubricks Hollywood-Schocker stammen könnte, ungestört das Haus der Hotelerbin aus. Als Hilton kurz vor Sonnenaufgang in die Hügel von Sherman Oaks zurückkehrte, fehlten Ringe, Uhren und Halsketten im Wert von fast zwei Millionen Dollar.

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„Ich glaube, dass die Täter vorher schon mal bei mir zu Hause waren“, ließ die „Simple Life“-Darstellerin wissen und appellierte an die Einbrecher, den Schmuck, darunter auch ein paar Erbstücke ihrer Großmutter, per Taxi zurückzuschicken. Sofort heuerte das Starlet zudem mehrere Bodyguards an.

Paris Hilton, Richard Hutton © AP Vergrößern Selbst schon mit der Justiz in Konflikt geraten, war Paris Hilton diesmal das Opfer einer Einbrecherbande

Einbruchsvorbereitung auf Klatschseiten

Mit dem unguten Gefühl, dass die Täter ihren Tagesablauf und die Wohnverhältnisse an der Clerendon Road bis ins Detail kannten, lag die eher für gutdotierte Nachtclubauftritte als für intellektuelle Fähigkeiten bekannte Hilton durchaus richtig.

Wie das Los Angeles Police Department ermittelte, gehört die Achtundzwanzigjährige zu den Opfern einer Bande, die in den vergangenen zwei Jahren zahlreiche Hollywood-Stars gezielt heimgesucht hat. Auf Klatschseiten recherchierten die umtriebigen Jugendlichen, wann ihre Opfer bei Filmpremieren oder Partys feierten, und informierten sich über Internetseiten wie „celebrityaddressaerial.com“, Werbespruch: „Sie bekommen einzigartigen Zugang zu dem Lebensstil, den sich ihr Lieblingspromi leisten kann.“

Sie suchten vor allem Souvenirs

Die Bande scheint den Slogan wörtlich genommen zu haben. Neben dem „It-Girl“ Hilton wurden die ungebetenen Gäste auch bei Schauspielern wie Lindsay Lohan, Megan Fox, Rachel Bilson und Orlando Bloom („Pirates of the Caribbean“) vorstellig.

Die Beute der als „Bling Ring“ oder „Klunkerbande“ berüchtigten Jugendgruppe bestand vor allem aus Souvenirs. Als die Polizei der Bande nach einem anonymen Hinweis im Herbst auf die Schliche kam, fand sie gleich schrankweise Designer-Jeans, Louis-Vuitton-Taschen und Nobeluhren aus dem wohlbestückten Fundus von „Young Hollywood“.

Beute stolz zur Schau getragen

Seit in Los Angeles vor einigen Wochen der Prozess gegen sechs Mitglieder des „Bling Ring“ begonnen hat, wird in Hollywood über den ausufernden Starkult mindestens ebenso heftig diskutiert wie über die Taten der Jugendlichen selbst.

„Sie haben das als Spaß betrachtet, eine Art Adrenalinstoß“, meint Brett Goodkin vom Los Angeles Police Department. Als Motive für die Einbrüche nennt Goodkin „Prominentenwahn und Habgier“. So wurde die Beute mit einem Wert von mehreren Millionen Dollar auch nicht verkauft, sondern stolz zur Schau getragen – fast als wären die Bandenmitglieder Teil der so geschätzten Hollywood-Kultur.

Als die Polizei im Oktober die Wohnung der vermeintlichen Anführerin Rachel Lee durchsuchte, fand sie Kleidungsstücke aus Hiltons Villa mitsamt privaten Fotos, die das Starlet halbnackt zeigen. Ein Gemälde, das im Juli 2009 beim Einbruch in Blooms Haus entwendet wurde, tauchte an der Badezimmerwand eines weiteren Verdächtigen auf.

„Best dressed“ - an Mitteln fehlte es nicht

An Realitätssinn und Unrechtsbewusstsein der sechs „Bling-Ring“-Mitglieder dürften die Ermittlungsbehörden aber bei der Vernehmung von Courtney Ames vor einigen Wochen gezweifelt haben. Die Neunzehnjährige erschien bei der Polizei tatsächlich mit einer Kette, die ursprünglich den Hals von Lindsay Lohan geschmückt hatte. Was früher ein Autogramm des Lieblingsstars war, scheint spätestens durch die „Klunkerbande“ zu einem Luxusartikel mit ein bisschen Prominenten-Patina mutiert zu sein.

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