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Drogenkrieg in Mexiko Verfolgungsjagd und Todesliste

03.09.2009 ·  In Mexiko starben an einem Tag 53 Menschen im sogenannten Drogenkrieg. Mindestens 17 Jugendliche wurden in einer Entzugsklinik erschossen. Ein stellvertretender Sicherheitschef starb im Kugelhagel. Die Behörden gehen seit Juli verschärft gegen die Kriminellen vor.

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Der Drogenkrieg in Mexiko eskaliert. Am Mittwoch sind Medienberichten zufolge insgesamt 53 Menschen im Zusammenhang mit Drogenkriminalität getötet worden. Allein in der nordamerikanischen Stadt Ciudad Juárez im Staat Chihuahua starben 40 Menschen - mehr Tote an einem Tag als je zuvor.

Die Stadt an der Grenze zu Texas gilt als gefährlichste in Mexiko. Nach einer Verfolgungsjagd kam der stellvertretende Sicherheitschef des Bundesstaates Michoacan in einem Kugelhagel ums Leben. Mindestens 17 drogensüchtige Jugendliche wurden in einer Entzugsklinik von Maskierten erschossen.

Brutaler Mord

Der brutale Mord an Jose Manuel Revuelta, dem stellvertretenden Sicherheitschef, ereignete sich am Mittwoch in Morelia. Bei dem Anschlag wurden auch zwei Leibwächter und ein unbeteiligter Lkw-Fahrer getötet. Revuelta war erst zwei Wochen im Amt. Er saß in seinem Dienstwagen, als die Täter mit ihrem Wagen neben ihn fuhren und das Feuer eröffneten. Revuelta habe versucht mit Vollgas zu fliehen, sei aber nur ein paar Straßen weit gekommen, teilte Generalstaatsanwalt Jesus Montejano mit. Dann hätten sich ihm zwei Autos in den Weg gestellt. Sechs Bewaffnete seien ausgestiegen und hätten mit Schüssen Revueltas Fahrzeug durchsiebt. Von dem Kugelhagel wurde auch ein unbeteiligter Lkw-Fahrer tödlich getroffen.

Der Staat Michoacan im Westen Mexikos ist die Heimat des berüchtigten Drogenkartells La Familia, das für eine ganze Serie von Attentaten auf Mitglieder der Sicherheitsdienste verantwortlich gemacht wird. Es kontrolliert den Drogenhandel in Michoacan und die Methamphetin-Produktion. Zudem ist es im „Markt“ für Entführungen und Erpressungen. Nach den Behörden ist das Attentat auf Revuelta eine Vergeltung dafür, dass der La-Familia-Boss von der Polizei festgenommen wurde. Er soll für die Methamphetamin-Herstellung verantwortlich sein. Die Behörden hatten im Juli den Kampf gegen das Kartell verschärft.

Opfer anhand einer Liste ausgesucht

In der nordmexikanischen Stadt Ciudad Juárez wurden am Mittwoch ebenfalls mindestens 17 drogensüchtige Jugendliche von einer Gruppe Maskierter gezielt erschossen. Sechs weitere junge Männer seien dabei verletzt worden, meldeten die Behörden. Die Opfer waren in einem Rehabilitationszentrum für Drogenabhängige untergebracht, in das zwölf Maskierte stürmten. Anhand einer Liste sollen sie ihre Opfer ausgesucht haben, berichtete die Zeitung „El Universal“. Nach dem Überfall eilten Dutzende Angehörige zu der Entzugsklinik, viele standen unter Schock. Das Gelände wurde abgeriegelt, Hubschrauber kreisten am Himmel, doch über mögliche Verdächtige gab es zunächst keine Angaben.

Gerade in Rehabilitationszentren für Drogensüchtige erwächst nach Angaben von Experten in den vergangenen Jahren die Kriminalität. Die Drogenkartelle seien dazu übergegangen, dort Jugendliche für ihre Dienste zu rekrutieren. Allerdings würden Abhängige ab dem 23. Lebensjahr ihren Wert für die Kartelle verlieren, erklärte der Sicherheitsminister des Staates Chihuahua, Victor Valencia de los Santos. Dann seien sie „verzichtbar“ - würden entweder ohnehin sterben oder seien unter der Kontrolle der Behörden. Erst vor kurzem waren in einem anderen Heim für Drogenabhängige acht Jugendliche getötet worden.

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