Nach dem Doppelmord von Krailling hat die Staatsanwaltschaft München II Anklage gegen den Onkel der getöteten Schwestern erhoben. Der Angeklagte sei dringend tatverdächtig, die beiden elf und acht Jahre alten Kinder „heimtückisch und aus Habgier“ getötet zu haben, teilte Oberstaatsanwältin Andrea Titz in München mit. Laut Anklage soll er auch vorgehabt haben, die Mutter der Mädchen - seine Schwägerin - umzubringen, um an Geld aus dem Nachlass zu kommen. Der Vater von vier Kindern soll in finanziellen Schwierigkeiten gesteckt haben.
Weitere Beweismittel und Zeugen benannt
Zunächst hatte der Mann nach Angaben der Staatsanwaltschaft die Vorwürfe bestritten, danach äußerte er sich nicht mehr. Das Schwurgericht muss nun über die Zulassung der Anklage zur Hauptverhandlung entscheiden. Die Staatsanwaltschaft München II hat dem Gericht nach Angaben von Staatsanwältin Titz neben zahlreichen weiteren Beweismitteln 54 Zeugen und 9 Sachverständige benannt. Der Prozess soll voraussichtlich frühestens im Februar 2012 beginnen.
Schon nach wenigen Tagen geriet der Onkel der Mädchen unter Tatverdacht. Seine DNA war vielfach in der Wohnung gefunden worden, unter anderem an den Leichen der Kinder und an den mutmaßlichen Tatwaffen, einer Hantelstange und einem Messer. Auch ein Seil, das bei dem Mord verwendet wurde, stammte den Ermittlungen zufolge von dem Onkel. Die Ehefrau des Mannes hat sich inzwischen von ihm scheiden lassen. In einem „Stern“-Interview hatte sie gesagt, sie halte ihn für schuldig.