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Diebe schlugen wieder zu Nashorn ohne Horn

 ·  Schon in mehreren deutschen Städten hat die „Nashorn-Mafia“ zugeschlagen. Im jüngsten Fall stahl sie zwei Hörner von präparierten Tieren in einer Privatsammlung.

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© dpa Abgesägt: Abermals haben die Nashorndiebe zugeschlagen, dieses Mal in einer Sammlung in Bad Säckingen.

In Bad Säckingen hat es einen neuerlichen Fall von Nashorn-Diebstahl gegeben. In dem baden-württembergischen Kurort in der Nähe der Schweizer Grenze (Landkreis Waldshut) wurden, wie erst jetzt bekannt wurde, am vergangenen Samstag die Hörner von zwei präparierten Nashornköpfen gestohlen. Die bislang unbekannten Täter waren am Samstagabend gegen 23.30 Uhr durch ein Fenster in das offenbar schlecht gesicherte Gebäude eines privat geführten Naturkundemuseums eingedrungen und hatten die Nashörner entwendet. Besucher können den Raum normalerweise nur mit einem Führer betreten.

Nashörner und aus Nashorn gefertigte Produkte sind ein beliebtes Diebesgut, weil sie sich zu hohen Preisen auf dem Schwarzmarkt verkaufen lassen. Für die in Bad Säckingen entwendeten Nashörner könnten die Diebe bis zu 400 000 Euro auf dem Schwarzmarkt bekommen. Anders als vielfach behauptet, ist Nashornpulver nicht als Potenzmittel, sondern vielmehr als Heilmittel sehr begehrt. Wie ein Sprecher der Kriminalpolizei in Waldshut-Tiengen mitteilte, verletzte sich einer der zwei Täter bei dem Einbruch - am Tatort fand die Polizei einen abgerissenen Fingernagel. Von ihm wird im Landeskriminalamt Stuttgart derzeit ein DNA-Profil erstellt. Diese DNA-Spur wird dann in den nächsten Tagen mit DNA-Profilen bekannter Straftäter abgeglichen. Im Februar waren aus dem Offenburger Stadtmuseum ebenfalls die Hörner eines Rhinozeros-Kopfpräparats gestohlen worden. Die Tat wird einer international tätigen Nashorn-Diebesbande zugeschrieben. Ob der Diebstahl in Säckingen von der gleichen Bande verübt wurde wie der im Februar in Offenburg, muss noch geklärt werden. In Offenburg waren vier Täter an dem Diebstahl beteiligt.

Vergleichbare Diebstähle gab es in Hamburg, Bamberg und zahlreichen weiteren europäischen Städten. Die Offenburger Jagdtrophäen-Sammlung war ebenso wie die Sammlung in Bad Säckingen nicht mit Alarmanlage gesichert.

Die staatlichen Naturkundemuseen haben Original-Nashorn-Exponate mittlerweile durch Repliken ersetzt. Die „Nashorn-Mafia“ versucht deshalb verstärkt, Nashorn-Produkte und Nashörner aus privaten Sammlungen oder zum Beispiel auch Jagdschlössern zu stehlen. Der Dachverband der deutschen Naturkundemuseen fordert die Museen auf, die Exponate besser zu schützen. Die Sammlung in Bad Säckingen - das private Naturkundemuseum befindet sich auf dem Gelände einer Golfanlage - stammt aus der Stiftung des früheren Leistungssportlers, Großwildjägers und Sportfunktionärs Erwin Himmelseher. Der Leichtathlet gehörte zu den Gründern der „Stiftung Sicherheit im Skisport“, die sich für präventive Sicherheitsmaßnahmen im Wintersport einsetzte.

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Jahrgang 1966, politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

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