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Devin Patrick Kelley: „Er wurde zu jemandem, der er eigentlich nicht war“ Bild: AP

Attentäter von Texas : „Niemand, der ihn gekannt hat, ist wirklich erstaunt“

Devin Patrick Kelley soll früher schon eine Frau vergewaltigt, einem Kleinkind den Schädel zertrümmert und einen Hund misshandelt haben. Waffen durfte er trotzdem kaufen. Weggefährten überrascht nicht, dass er jetzt 26 Menschen erschossen hat.

          Schon die Bilder aus den Jahrbüchern der New Braunfels High School zeigen einen Heranwachsenden mit vielen Gesichtern. Auf einem der Fotos blickt Devin Patrick Kelley verschüchtert bis ernst in die Kamera, auf einem anderen trägt er ein offenes Lachen unter der Fönfrisur. Das Schwarzweißporträt, das die Behörde für öffentliche Sicherheit in Texas nach Kelleys tödlichen Schüssen in der First Baptist Church im benachbarten Sutherland Springs veröffentlichte, zeigt wiederum ein ganz neues Gesicht. Mit Kurzhaarschnitt und Vollbart blickt der Sechsundzwanzigjährige emotionslos in die Kamera. Gefühle wie Schüchternheit oder Freude scheint Kelleys aufgedunsenes Gesicht schon länger nicht mehr gezeigt zu haben.

          „Er war früher fröhlich, normal, ein typischer Jugendlicher. Im Lauf der Jahre haben wir alle gesehen, dass er zu jemandem wurde, der er eigentlich nicht war“, erinnert sich Kelleys ehemalige Schulfreundin Courtney Kleiber an die gemeinsamen Jahre an der New Braunfels High. „Es überrascht mich nicht, dass es so ausgegangen ist. Ich glaube, niemand, der ihn gekannt hat, ist wirklich erstaunt.“

          Seit Kelley am vergangenen Sonntag in Sutherland Springs südöstlich von San Antonio 26 Kirchenbesucher im Alter von 18 Monaten bis 77 Jahren erschoss und weitere 20 Mitglieder der Baptistengemeinde verletzte, rätseln die Justizbehörden über den Auslöser für einen der schlimmsten Serienmorde in Texas. Wie das Department of Public Safety (DPS) am Montag mitteilte, soll Kelleys Anschlag ein Streit mit der Familie seiner getrennt lebenden zweiten Ehefrau Danielle Shields vorausgegangen sein. Zu den Mitgliedern der First Baptist Church, die der ehemalige Soldat während des Gottesdienstes tötete, gehörte auch Shields’ Großmutter Lula Woicinski White. Kelley soll deren Tochter, seine Schwiegermutter Michelle Shields, vor den Schüssen wiederholt bedroht haben.

          „Eigentlich gar nicht möglich, dass er eine Waffe hatte“

          In der Vergangenheit war Kelley immer wieder durch Gewalttaten aufgefallen. Im Jahr 2012 wurde der damalige Soldat zu zwölf Monaten Haft in einem Militärgefängnis verurteilt, weil er seine erste Ehefrau Tessa Loge und deren Sohn angegriffen hatte. Das Kleinkind wurde damals mit zertrümmertem Schädel ins Krankenhaus gebracht. Nach Berufungsanträgen und der Haft in Kalifornien folgte Anfang Mai 2014 die Entlassung aus der Luftwaffe wegen schlechten Verhaltens. Einige Wochen später wurde Kelley in Colorado Springs (Colorado) zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, nachdem er einen Hund misshandelt hatte.

          Wie der Sheriff des texanischen Bezirks Comal mitteilte, wohnte Kelley zwischenzeitlich immer wieder in einer ausgebauten Scheune auf dem Anwesen seiner Eltern bei New Braunfels. Auch dort fiel er den Justizbehörden auf. Nach Anzeigen wegen sexueller Belästigung und Vergewaltigung nahmen die Justizbehörden im Jahr 2013 Ermittlungen gegen Kelley auf. Einige Monate später alarmierte zudem eine Freundin seiner damaligen Lebensgefährtin Shields die Polizei. Die damals Neunzehnjährige hatte in Textnachrichten von Übergriffen durch Kelley berichtet. Als die Beamten bei Shields vorstellig wurden, tat sie den Zwischenfall aber als Missverständnis ab. Zwei Monate später trat sie mit Kelley vor den Traualtar. Unter welchen Umständen sich das Paar wieder trennte, blieb bislang offen.

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