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Der Fall Kampusch Immer neue Lügen und Schlampereien

22.09.2008 ·  Im Fall Kampusch verdichten sich die Hinweise, dass der Täter Mitwisser hatte. Doch die Akten sind geschlossen und sollen es auch bleiben. Behindert Natascha Kampusch selbst die Ermittlungen?

Von Erna Lackner
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Zehn Jahre nach ihrer Entführung und zwei Jahre nach dem Wiederauftauchen von Natascha Kampusch - und immer noch existiert eine Fülle ungeklärter Indizien, gibt es Widersprüche und Ungereimtheiten, die stets aufs Neue den Verdacht erhärten, bei den Ermittlungen sei es nicht mit rechten Dingen zugegangen. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, ob der Entführer Wolfgang Priklopil ein Einzeltäter war - oder vielleicht doch Mitwisser, wenn nicht gar Komplizen hatte? Ins Gerede kommen immer wieder zwei Personen: die Mutter von Natascha Kampusch und ein Freund Wolfgang Priklopils. Priklopil selbst kann dazu nicht mehr befragt werden, denn bekanntlich warf er sich, nach der Flucht seines Opfers am 23. August 2006, vor den Zug.

Toter Täter, guter Täter? Für die Ermittler war der Fall danach bald erledigt. Obwohl noch etliche Fragen offengeblieben waren, ging der Vorhang zu.

Worauf wartet die Ermittlungskommission?

Der Aktendeckel (mehr als 166 Ordner) wurde im Herbst 2006 recht schnell geschlossen und die übliche Untersuchung („Evaluierung“) der grob fehlerhaften Polizeiarbeit unterdrückt, was Anfang dieses Jahres gar zu einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss führte. Aber auch nach der im Frühsommer fertiggestellten Mängelliste einer Ermittlungskommission leistet die Staatsanwaltschaft keine weitere Aufkärungsarbeit. Sie hält zwar das jüngste, ihr übergebene 58 Seiten umfassende Konvolut in Händen, aber sie prüft und wartet. Worauf?

Auch der jüngste Eklat in einem kleinen Bezirksgericht ist nur zu geeignet, sich seinen eigenen Teil zur Causa Kampusch auszumalen - was zu einem Hauptmerkmal dieses geheimnisumwitterten Falls geworden ist.

Prozess der Merkwürdigkeiten

Einen „Prozess der Merkwürdigkeiten“ nennt die „Wiener Zeitung“, immerhin das altehrwürdige Amtsblatt der Republik, die jüngste gerichtliche Verhandlung um eine immer wieder behauptete Mittäterschaft der Mutter von Natascha Kampusch. Eine alte Geschichte, stets neu aufgekocht. Der mittlerweile pensionierte Bezirksrichter Martin Wabl hat es sich in den Kopf gesetzt, dass Brigitta Sirny (so ihr Name) irgendwie mit der Entführung Nataschas zu tun gehabt habe, weil sie einen sexuellen Missbrauch ihrer damals zehn Jahre alten Tochter habe vertuschen wollen. Nach einer Reihe von Zivilprozessen bis hinauf zum Obersten Gerichtshof, in denen Wahrheitsbeweise, Klagen auf Verleumdung und Widerruf verhandelt wurden, hieß es am Donnerstag im Bezirksgericht Gleisdorf wiederum: Sirny gegen Wabl. Die Mutter hatte gegen ihren mittlerweile schon langjährigen Widersacher abermals eine Unterlassungsklage gegen seine Vorwürfe eingebracht. Im Mai war dazu auch Natascha einvernommen worden, unter Ausschluss der Öffentlichkeit; „Natascha Kampusch hat die Behauptungen des Herrn Wabl verneint“, verriet der Richter hinterher, was genau sie ausgesagt hatte, dürfe nicht bekanntgegeben werden.

In dieser Woche erschien nun auch der Zeuge Ernst Holzapfel vor Gericht, der Freund und Arbeitskollege von Wolfgang Priklopil, mit dem der Entführer seine letzten sechs Stunden auf der Flucht und vor dem Selbstmord verbracht hatte. Holzapfels aggressiver Auftritt im Gerichtssaal, mit Sonnenbrille und Tasche vor dem Gesicht, befremdete nicht nur den Richter, der ihm eine Ordnungsstrafe androhte - sondern offenbar auch den Vater von Natascha Kampusch, Ludwig Koch, der dem Zeugen danach, draußen auf dem Gang, einen Stoß in die Brust verpasste, so dass es zu einem lautstarken Tumult kam. Wenn er unschuldig sei, brauche er sich doch nicht zu verhüllen, argumentierte Koch. Aber auch schon vor der Zeugenaussage war es auf dem Gang zu einer Handgreiflichkeit gekommen; der Zeuge hatte einen Fotografen mit der Faust attackiert und verletzt. Das Milieu, in dem der Entführungsfall Natascha Kampusch spielt, aber auch das Nichtweiterkommen in der Sache sowie die medial aufgeheizte Nervosität wird vor allem durch solche Randerscheinungen aufschlussreich beleuchtet.

Keine neuen harten Fakten

Die nackten Aussagen des Zeugen hingegen haben keine neuen harten Fakten gebracht. Er sei selten in Priklopils Haus gewesen. Er habe dort nie ein Mädchen gesehen. Erst im Mai oder Juni 2006 habe er seinen „Bekannten“ (Priklopil) mit einer jungen Frau vor einer Veranstaltung gesehen. Später, nach dem Wiederauftauchen von Natascha Kampusch im August 2006, habe sich dann für ihn herausgestellt, dass sie es war. Ende der Aussage.

Wabl ist davon überzeugt, Nataschas Mutter habe den Entführer Priklopil gekannt, dieser sei seinerzeit sogar mit ihrem damaligen Hausfreund Ronald H. in ihrem Laden ein- und ausgegangen. Als Indiz gelten allerlei irgendwann gemachte und dann doch wieder vergessene oder geleugnete Beobachtungen über das damalige Beziehungsnetz von Brigitta Sirnys etlichen Zeugen, wobei auch viele Kritiker der Ermittlungssache Kampusch der Meinung sind, es seien genügend Hinweise vorhanden, die gegen eine Einzeltäterschaft sprächen. Die Staatsanwaltschaft, die das Heft in der Hand hat, sieht das anders. Womöglich bleibt ihr auch gar nichts anderes übrig, denn wesentliche, möglicherweise aufschlussreiche Beweismaterialien wie Videokassetten und das Tagebuch von Natascha Kampusch haben die Ermittler ihr alsbald übergeben - ohne vorher Kopien anzufertigen.

Die wichtigsten ungeklärten Indizien

„Es gibt an Kampusch voreilig ausgehändigte Videos über die Zeit ihrer Gefangenschaft (etwa von einer Geburtstagsfeier für Kampusch): Wer hat die Kamera geführt? Nach Aussagen Exekutivangehöriger, die die Videos sehen konnten, bevor sie verschwanden, müssen mehrere Personen involviert gewesen sein“, führt als ersten von 16 Punkten die „Wiener Zeitung“ unter dem Titel „Die wichtigsten ungeklärten Indizien“ an. Und erinnert auch an jene Zeugin, die als Mädchen 1998 das Hineinzerren von Natascha in den weißen Kastenwagen mit Gänserndorfer Kennzeichen beobachtet hatte - und zwar richtig, wie sich im Nachhinein herausstellte. Aber, so erneuerte die Zeugin ihre Aussage, daran seien zwei Männer beteiligt gewesen. Eine Beobachtung, die auch nach 2006 nicht ernst genommen wurde.

Und dann gibt es da auch noch den rätselhaften, protokollierten Satz aus der allerersten Vernehmung Natascha Kampuschs, als sie nach Komplizen gefragt wurde und antwortete: „Ich weiß keine Namen.“ Die seriöse Zeitung wundert sich noch über ein anderes Detail: „Warum fragte Kampusch die erste mit ihr sprechende junge Polizistin danach, wie Euro-Scheine aussehen, obwohl dann später eine Geldbörse Kampuschs mit Euro-Noten gefunden worden ist?“ Fragen über Fragen, Kleinigkeiten neben gröberen Vorwürfen, unter anderem, warum die Ermittler den Hinweisen in Richtung einer Pornohändlerin sowie auf Kampusch-Videos im Internet nicht nachgegangen seien.

Als wolle das Opfer selbst keine weitere Aufklärung

Zuweilen hat es im Ermittlungsfall Kampusch auch den Anschein, als wolle das Opfer selbst keine weitere Aufklärung, als hätten die Ermittler ihrem Wunsch Respekt gezollt, die Sache auf sich beruhen zu lassen. Dafür könnte es zwei Beweggründe geben: Die junge Frau möchte nicht als Opfer eines Sexualverbrechens abgestempelt werden und ihre diesbezüglichen Leiden auf dem Boulevard ausgebreitet sehen. Oder die Anwälte von Natascha Kampusch sind vor allem daran interessiert, für ihre Mandantin eine möglichst hohe Entschädigung zu erstreiten. Das würde bedeuten: Beide Seiten, das Opfer wie auch die Behörden, möchten die Sache am liebsten so schnell wie möglich beendet wissen - was nützt ihnen da das Wühlen in der Vergangenheit? So würde wieder einmal das sehr österreichische Motto aus der Johann-Strauß-Operette „Die Fledermaus“ zum Tragen kommen: „Glücklich ist, wer vergisst, was nicht mehr zu ändern ist.“

Die Rolle des Freundes Ernst Holzapfel, der freilich nur geschäftlich mit Priklopil verkehrt haben will, ist nie ganz geklärt worden. Fest steht, dass Holzapfel und Priklopil einander seit Lehr- und Jugendjahren kannten, dass der gelernte Nachrichtentechniker Priklopil später für den Bau- und Immobilienunternehmer Holzapfel arbeitete, mit ihm gemeinsam Wohnungen renovierte, auch sein eingetragener Geschäftspartner wurde. Als Priklopil am 23. August 2006 nach Nataschas Flucht von der Polizei gesucht wurde, rief er um 14 Uhr bei Holzapfel an: „Bitte hol mich ab. Es ist ein Notfall. Bitte komm sofort!“ Priklopil habe ihm erzählt, einer Polizeikontrolle wegen Trunkenheit davongerast zu sein. Die beiden Männer verbrachten sechs Stunden redend, bei ausgeschaltetem Handy, in Holzapfels Auto, ehe Priklopil um 20 Uhr ausstieg und sich vor den Zug warf. Die erste, erschrockene Frage, die Holzapfel zwei Stunden später vor der Polizei herausrutschte, soll laut einem - offiziell nie herausgegebenen - Polizeiprotokoll gewesen sein: „Hat er's umgebracht?“

Holzapfel und Kampusch telefonieren

Wie das, fragen nicht nur Medien, wo Natascha Kampusch von den Beamten noch gar nicht erwähnt worden war? Und wenn doch Holzapfel von der Existenz des Mädchens überhaupt nichts wusste? Holzapfel und Natascha Kampusch sind jedenfalls miteinander im Gespräch: „Ja, wir telefonieren. Eines Tages hat sie mich angerufen“, bekannte Holzapfel in einem Interview vor drei Monaten. Er sei wohl ihre „einzige Bezugsperson draußen“ gewesen; Priklopil habe ihr offenbar von ihm erzählt. Fest steht auch, dass Holzapfel nach dem Selbstmord Priklopils von dessen Mutter eine Vollmacht bekommen hatte, Werkzeug und andere Sachen aus dessen Haus zu holen. Das Haus mit dem Kellerverlies, in dem Natascha Kampusch achteinhalb Jahre ihres Lebens verbrachte, ist inzwischen in ihren Besitz übergegangen - als ein Teil der Entschädigung. Was sie damit machen wird, weiß sie offenbar noch nicht. Immer wieder verwundert danach gefragt, warum sie das Haus ihres Entführers und Peinigers besitzen wolle, antwortete Natascha Kampusch einmal entnervt oder auch nur scherzhaft, vielleicht werde sie es eines Tages sprengen.

Dass er aus dem Priklopil-Haus auch einen Laptop herausgetragen habe, stritt der Zeuge Holzapfel bei der jüngsten Gerichtsverhandlung ab. Von beschlagnahmten Computern, gelöschten Festplatten und anderen Datenträgern aus dem Besitz Priklopils und seines Geschäftspartners ist nämlich auch immer wieder die Rede in den Zeitungen, wobei sich das Wiener Gratisblatt „Heute“ auf streng vertraulich zu haltende Akten des parlamentarischen Untersuchungsausschusses berief. Ebenfalls durchgesickert sind aus dieser Quelle (neben einem Amtsarztbericht über die erste Untersuchung Natascha Kampuschs) Akteneinträge über die Umtriebe des Entführers in der Wiener Sadomaso-Szene, wo Priklopil auch zu seinem geschäftlichen Nutzen Videos und Bilder getauscht habe, darunter welche, die Natascha in Handschellen zeigen.

Ein wildes Gemisch aus Hörensagen und Halbwahrheiten

Natürlich stellt sich seither die Frage, ob Priklopil Mitwisser hatte. Eine Frage, die von den Behörden nicht mehr erörtert wird. So hat sich der Fall Kampusch in ein wildes Gemisch aus Hörensagen, Halbwahrheiten, Halbseide und Hetzjagd verwandelt: beste Voraussetzung für eine never ending story. Aber auch dafür, dass den österreichischen Ermittlern ewig nachgesagt werden wird, sie hätten sich vorzeitig auf einen Einzeltäter festgelegt und allerlei Hintergründiges vertuscht. Die Behörden berufen sich insgeheim wohl auch darauf, dass die meisten Gerüchte vornehmlich von Boulevardblättern kolportiert werden. Allerdings werden die unbeantworteten Fragen deshalb nicht weniger virulent.

Selbst die Politik hat ihren Beitrag zum unrühmlichen Ermittlungsfall Kampusch geliefert. Der inzwischen von seinem Amt abberufene Chef des Bundeskriminalamtes, Herwig Haidinger, löste Anfang 2008 einen Skandal und die Einsetzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses aus, als er angab, dass im Innenministerium 2006, kurz nach dem Auftauchen des Entführungsopfers, eine schwere Ermittlungspanne vertuscht wurde. Ihm sei aus politischen Gründen verboten worden, dieser nachzugehen, denn kurz vor den Wahlen habe man keinen Polizeiskandal haben wollen.

Lügen und Schlampereien

Polizeiintern war schon 2006 bekannt geworden, dass es sechs Wochen nach dem Verschwinden von Natascha den exakten Hinweis eines Polizei-Hundeführers gab, der auf den Besitzer des „weißen Kastenwagens Marke Mercedes mit abgedunkelten Scheiben“ aufmerksam machte, auf einen „Eigenbrötler“ mit extremen Kontaktproblemen. „Eventuell lebt der Mann mit seiner betagten Mutter in diesem (elektronisch voll abgesicherten) Haus, und er soll einen Hang zu ,Kindern' in Bezug auf seine Sexualität haben“, wurde von dem aufnehmenden Beamten auch noch feinsäuberlich vermerkt - ehe der Zettel im großen Aktenordner verschwand. Dem Hinweis wurde nie nachgegangen, wie sich 2006 herausstellte. Bei der routinemäßigen Kontrolle der 700 weißen Kleinbusse aus Wien und Umgebung war Priklopil ohnehin schon überprüft worden - und von den Gendarmen für unverdächtig befunden. Dass er ein stichfestes Alibi gehabt habe, wurde in der Pressekonferenz des Innenministeriums 2006 auch behauptet; eine Lüge, wie die alten Akten und der abgesetzte Kripo-Chef Haidinger dieses Jahr deutlich machten.

Die neuen Akten sind jetzt aber geschlossen - und sollen es offenbar auch bleiben. Die Staatsanwaltschaft sieht trotz vieler Fragen nach wie vor keinen Grund, die Ermittlungen wiederaufzunehmen: „Es gibt keine Aspekte, die Ermittlungen rechtfertigen“, sagt Gerhard Jarosch von der Staatsanwaltschaft Wien. Hinter vorgehaltener Hand klagt die Polizei allerdings darüber, dass sie nach einem Stopp der Staatsanwaltschaft nicht weiter habe ermitteln dürfen, ihr die Hände gebunden seien.

Geheimes Beweismaterial

Die neuen Akten sind sogar derart fest verschlossen, dass manche Ordner nicht einmal für die kleine, hochrangige Evaluierungskommission unter der Leitung des ehemaligen Präsidenten des Verfassungsgerichtshofes, Ludwig Adamovich, geöffnet wurden. Die Kommission war rasch eingesetzt worden, um den Vorwurf der politischen Vertuschung zu entkräften, und legte in diesem Sommer einen 58-seitigen Bericht vor, aus dem hervorgeht, dass bis heute wichtige Ermittlungen zum Entführungsfall Kampusch unterlassen wurden, etwa hinsichtlich der „Beteiligung eines bisher nicht ausgeforschten Fahrzeuglenkers“ oder in Richtung eines „von Anfang an fassbaren Hinweises in Richtung Mehrtäterschaft“. Kritisiert wurde außerdem, dass sachdienliche Ermittlungsansätze nicht ausgeschöpft und dass dem Opfer unzulässig Beweismittel ausgehändigt wurden, so dass diese heute fehlen: Fotos, Videos, Zettel, das Tagebuch aus dem Verlies. „Ein derartiger Umgang mit relevantem Beweismaterial ist bei einer eigenständigen Wahrnehmung der Ermittlungsverantwortung (in Richtung auch zumindest eines weiteren Tatkomplizen) mit einem umfassenden Verständnis sämtlicher Aspekte wirksamen Opferschutzes schwer in Einklang zu bringen“, schrieb die Kommission.

Während sich die Behörden auf den Opferschutz berufen, um ihr Schweigen zu rechtfertigen, leistet ihnen der Boulevard immer wieder ungewollt Schützenhilfe. Denn ein Amtsarztbericht hat nun wirklich privat zu bleiben, und in die Empörung über einen solchen Umgang mit vertraulichen Daten mischen die Behörden dann ihre Argumente, warum es an der Zeit sei, die Ermittlungen auslaufen zu lassen. Einem Journalisten der britischen „Times“ ließ ein Wiener Polizeichef zwar Kaffee und Kuchen servieren, aber zum Stand der Dinge sagte er nichts. Der Täter sei ja ohnehin tot, und mit dem Opfer Natascha Kampusch - „a lovely girl, really“ - stehe man im besten Einvernehmen. Was will man mehr?

Natascha Kampusch hat sich über die umstrittene Ermittlungspanne zwar verärgert, aber doch relativ zurückhaltend geäußert. Mittlerweile betrachte sie alles „zum Glück aus einer gewissen Distanz“, ihr Alltag werde dadurch nicht mehr so sehr beeinträchtigt. Als Interviewerin in einer eigenen Talkshow (in einem Privatsender) habe sie jetzt auch „den Spieß umgedreht“. Am Freitagabend hatte sie einen Auftritt in München, bei der Galaveranstaltung eines von der Schauspielerin Veronica Ferres gegründeten Kinderhilfswerks. Ansonsten macht sie ihren Hauptschulabschluss und den Führerschein. Denn sie wolle sich auch außerhalb Wiens bewegen, sagte sie einer österreichischen Nachrichtenagentur, „und da ist es schon wichtig, dass man ein Auto hat, um gewisse Baumaterialien oder so etwas zu transportieren“.

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