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Bei Open-Air-Ausstellung : Unbekannte zerstören Skulpturen jüdischer Sportler in Frankfurt

  • Aktualisiert am

Jüdische Sportstars sind auf dem Rathenauplatz in Frankfurt zu sehen Bild: dpa

Eine Open-Air-Ausstellung in Frankfurt zeigt den Erfolg und die Verfolgung von 17 jüdischen Sportstars zur Zeit des Nationalsozialismus. Unbekannte haben zwei der Denkmäler zerstört – und sind mit erschreckender Gewalt vorgegangen.

          Zwei skulpturförmige Darstellungen von einst bekannten jüdischen Sportlern haben Unbekannte in einer Open-Air-Ausstellung in Frankfurt zerstört. Die beiden Figuren aus massivem Plexiglas, die in Überlebensgröße in der Innenstadt auf dem Rathenauplatz Lilli Henoch und Walther Bensemann zeigten, wurden nach Angaben des Jüdischen Museums am Wochenende an zwei Nächten hintereinander aus ihren Fundamenten gerissen. Der stellvertretende Leiter des Museums, Fritz Backhaus, sprach am Montag von einem „Akt des Vandalismus“.

          Die Ausstellung, die bereits zuvor in mehreren anderen deutschen Städten ebenfalls im öffentlichen Raum gezeigt worden ist, erinnert an den Erfolg und die Verfolgung von 17 jüdischen Sportstars während des Nationalsozialismus nach 1933. Die Leichtathletin Lilli Henoch war mehrfache Deutsche Meisterin. Sie wurde 1942 nach Riga deportiert und ermordet. Bensemann, Mitbegründer des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und von Eintracht Frankfurt, floh nach der Machtergreifung Hitlers in die Schweiz und starb dort 1934.

          Nach Mitteilung der Polizei gibt es bisher keinen Hinweis auf die Täter. Der Staatsschutz habe die Ermittlungen übernommen, hieß es am Montag. Das Jüdische Museum nannte den Vorfall „beunruhigend“. Die Täter seien ganz offensichtlich mit großer Gewalt vorgegangen, sagte Backhaus. Es sei noch unklar, ob die zerstörten Figuren ersetzt werden könnten. Man werde jedoch die Ausstellung wie geplant bis zum 7. Juli fortsetzen.

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