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China Vorläufige Freiheit für einen inhaftierten Deutschen

 ·  Monatelang wurde ein deutscher Kunstspediteur in China eingesperrt. Ihm drohte lebenslange Haft für Steuerhinterziehung in Millionenhöhe. Nun haben ihn die chinesischen Behörden vorläufig frei gelassen.

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© dpa Undatierte Aufnahme von Nils Jennrich. Der Fall belastet die deutsch-chinesischen Beziehungen.

Mehr als vier Monate wurde Nils Jennrich in einer Haftanstalt in China gefangen gehalten. Dem Deutschen werfen chinesische Ermittler vor, Steuern in Höhe von umgerechnet 1,2 Millionen Euro hinterzogen zu haben. Am Freitag wurde der Kunstspediteur nun vorläufig aus der Haft entlassen. Gegen Auflagen sei Jennrich freigekommen, sagte das Auswärtigen Amt. Die Ermittlungen gegen ihn werden jedoch fortgesetzt.

Jennrich soll den Wert Kunstwerken, die nach China eingeführt worden sind, bewusst niedrig angegeben haben. Zehn Millionen Yuan an Steuern soll er so hinterzogen haben. Im Falle einer Verurteilung droht dem 31 Jahre alten Jennrich lebenslange Haft.

Bundesregierung forderte Hafterleichterung

Die chinesischen Ermittler haben nach Angaben von Jennrichs Anwältin bis Dezember Zeit, ihre Vorwürfe gegen ihren Mandanten zu erhärten. Jennrichs in Peking angesiedelte Firma hatte ausländische Kunstwerke nach China importiert. Ihr Hauptgeschäft sei die Einlagerung chinesischer Werke, sagte deren Hauptgeschäftsführer. Chinesischen Privatsammler stufen üblicherweise den Wert importierter Kunst herab.

Mitte Juli hatte die Bundesregierung gefordert, die Haftbedingungen für Jennrich zu erleichtern. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) kritisierte diese als „inakzeptabel“ und sagte, sie entsprächen „nicht den international gültigen Mindeststandards“. Sie sprach sich dafür aus, Jennrich auf Kaution zu entlassen oder ihn ihn Hausarrest zu verlegen.

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