22.01.2009 · In dem Skandal um mit Melamin versetztes Babymilchpulver in China sind drei Männer zum Tode verurteilt und hohe Haftstrafen verhängt worden. Fast 300.000 Kleinkinder waren im vergangenen Jahr durch gepanschte Milch an Nierensteinen erkrankt, sechs Babys starben.
In dem Skandal um verseuchtes Babymilchpulver in China sind drei Männer zum Tode verurteilt und hohe Haftstrafen verhängt worden. Ein Gericht in der Stadt Shijiazhuang in der Provinz Hebei verurteilte auch die Chefin des verwickelten Milchunternehmens Sanlu, Tian Wenhu, zu lebenslanger Haft. Zwei weitere Angeklagte erhielten ebenfalls lebenslange Haftstrafen.
Insgesamt 21 Verantwortliche mussten sich vor dem Gericht verantworten, nachdem fast 300.000 Kleinkinder durch gepanschte Milch an Nierensteinen erkrankt waren, sechs Babys starben. Eine der verhängten Todesstrafen wurde auf zwei Jahre ausgesetzt und kann dann in lebenslange Haft umgewandelt werden.
Milchpulver mit Melamin versetzt
Den zum Tode verurteilten Angeklagten wurde angelastet, aus Profitgier mit der Industriechemikalie Melamin sogenannten „Proteinpuder“ produziert und verkauft zu haben. Damit wurde das Milchpulver versetzt, um einen höheren Eiweißgehalt vorzutäuschen. Das Gericht verhängte außerdem hohe Haftstrafen zwischen fünf und 15 Jahren. Neben den 21 Angeklagten sind wegen des Skandals 39 weitere Verdächtige in Haft. Rund zwei Dutzend Milchunternehmen sind in den lange vertuschten Skandal verwickelt.