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Nach langem Wochenende : Über 100 Schießereien in Chicago

  • -Aktualisiert am

Die Polizei in Chicago zählte am langen Wochenende über 100 Schießereien. Bild: AFP

Amerikas Unabhängigkeitstag war für die Polizei in Chicago kein Anlass zum Feiern: Am langen Wochenende gab es mindestens 15 Tote bei Schießereien.

          Die amerikanische Großstadt Chicago ist während des langen Wochenendes anlässlich des Unabhängigkeitstags am 4. Juli Schauplatz von mehr als 100 Schießereien geworden. Nach Recherchen der „Chicago Tribune“ zählte die Polizei von Freitag bis Mittwoch 15 Menschen, die mit Schusswaffen getötet wurden. Weitere 86 Bewohner der Stadt mit 2,7 Millionen Einwohnern im Bundesstaat Illinois wurden durch Schüsse verletzt.

          Schon im vergangenen Jahr gab es in Chicago vor und während der Feiern des 4. Julis Schießereien. Damals starben vier Menschen. Weitere 66 Personen wurden mit Schussverletzungen ins Krankenhaus gebracht. „Ich kann leider nicht sagen, dass das Feiertagswochenende extremer ist als alle anderen“, teilte Jose Estrada, ein Sprecher des Chicago Police Department, am Mittwoch mit. Die Metropole am Michigan-See gehört seit Jahren zu den Verbrechenshochburgen der Vereinigten Staaten. Im Jahr 2016, dem tödlichsten der vergangenen 25 Jahre, starben mehr als 750 Bewohner durch Pistolen, Revolver und Gewehre.

          Über die Gründe der Gewaltexzesse, die vor allem die ärmlichen Viertel im Süden und Westen der Stadt treffen, wird weiter gestritten. Beobachter machen unter anderem Faktoren wie Bandenkriminalität, Verteilungskämpfe von Drogenhändlern und Armut für die Häufung der Schießereien verantwortlich. Da die meisten Waffen, die an Tatorten sichergestellt wurden, aus anderen Bundesstaaten stammten, richtete die Stadt in der vergangenen Woche eine auf illegale Waffenkäufe spezialisierte Einsatzgruppe ein. Mit Unterstützung von Bundesbeamten des Justizministeriums in Washington, die der amerikanische Präsident Donald Trump nach Chicago schickte, sollen die Ermittler künftig Waffenlieferungen aus benachbarten Bundesstaaten verhindern.

          Quelle: F.A.Z.

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