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Brasilien Feuergefechte in den Favelas

18.10.2009 ·  Bei Feuergefechten zweier rivalisierender Drogenbanden wurden in Rio de Janeiro zwölf Personen getötet und mindestens acht verletzt. Nach dem Rückzug der Banden vor der Polizei glichen die Straßen einem Kriegsschauplatz.

Von Josef Oehrlein
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Noch waren seine Freudentränen über die Wahl von Rio de Janeiro zum Austragungsort der Olympischen Spiele 2016 nicht richtig getrocknet - da wurden der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva und andere Politiker an das Problem erinnert, das den Ruf der frisch gekürten Olympiastadt wieder ruinieren könnte. Bei stundenlangen Kämpfen zwischen Drogenbanden zweier Favelas wurden zwölf Personen getötet und mindestens acht verletzt. Die Banditen schossen mit Maschinenpistolen einen Polizeihubschrauber ab, der auf einem nahen Fußballfeld notlanden wollte. Dessen Insassen, zwei Polizisten, zählen zu den Toten. Zwei Favelabewohner wurden von Querschlägern getötet. Bei ihrem Rückzug zündeten die Banditen acht Omnibusse in einigen Stadtteilen im Norden von Rio an.

Alles hatte angefangen, als Drogenhändler aus der Favela São João in die Siedlung auf dem Morro dos Macacos (Affenhügel) eindringen wollten, um den dort aktiven Rauschgifthändlern die Verkaufsstellen streitig zu machen. Gegen das Vorrücken der Polizei bauten die Banditen Barrikaden auf. Die Sicherheitskräfte wurden erheblich verstärkt. Mehr als 3000 Mitglieder der zivilen und der militarisierten Polizei sollen in dem Gebiet stationiert sein und nach den Tätern fahnden. Auf den Hügeln ist inzwischen gespannte Ruhe eingekehrt.

Kein Einsatz des Militärs gewünscht

Der Justizminister der Nationalregierung, Tarso Genro, bot dem Gouverneur von Rio, Sérgio Cabral, den Einsatz von Einheiten der nationalen Streitkräfte an. Cabral verwies jedoch darauf, dass die Polizei in der Lage sei, ihre Arbeit zu verrichten. Deren Erfolg hänge nicht von mehr Personal oder besserer Bewaffnung der Sicherheitskräfte ab, sondern von der Fortsetzung der Programme zur Vorbeugung von Straftaten.

Die blutige Auseinandersetzung, die von den beiden Drogenhändlerbanden „Amigos dos Amigos“ („Freunde der Freunde“) und „Comando Vermelho“ („Rotes Kommando“) angezettelt wurde, war seit längerer Zeit der heftigste Kampf um die Vorherrschaft in den Favelas. Justizminister Genro glaubt, Vorkommnisse dieser Art würden beim Internationalen Olympischen Komitee keine negativen Reaktionen hervorrufen. Man habe das IOC über die Präventivprogramme informiert, die Rio nicht erst für die Olympischen Spiele 2016, sondern schon 2014 für die Fußball-Weltmeisterschaft, bei der die Stadt einer von zwölf Austragungsorten ist, sicherer machen sollen. Bei den „Panamerikanischen Spielen“ 2007, einer Art Generalprobe für die künftigen Turniere, hatte massiver Einsatz des Militärs größere Gewaltausbrüche verhindert.

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Jahrgang 1949, politischer Korrespondent für Lateinamerika mit Sitz in Buenos Aires.

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