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BKA warnt vor „Skimming“ Immer mehr Geldautomaten manipuliert

Meistens unbemerkt spähen die Täter EC-Karte und Geheimzahl ahnungsloser Kunden aus, um im Ausland Geld abzuheben. Das Bundeskriminalamt warnt: Nie wurden mehr Automaten manipuliert als im vergangenen Jahr. 2010 droht ein Rekord.

© AP Vergrößern Immer mehr Geldautomaten werden manipuliert

Immer mehr Geldautomaten in Deutschland werden manipuliert, um die Daten der EC-Karten sowie die dazugehörige Geheimzahlen auszuspähen und damit Geld vom Konto ihrer Inhaber abzuheben. Zu diesem Schluss kommt das Bundeskriminalamt (BKA) in seinem jüngsten Lagebericht zur Zahlungskartenkriminalität. Im vergangenen Jahr wurden bundesweit 964 Geldautomaten manipuliert, das sind über 150 Geräte mehr als noch im Jahr 2008. Insgesamt kam es zu 2058 einzelnen Attacken, denn die Geräte werden üblicherweise mehrfach angegriffen. Bei jedem einzelnen Angriff werden laut BKA die Daten von etwa 60 EC-Karten ausgespäht. Damit waren im Jahr 2009 etwa 123.000 Karten betroffen. Nach Schätzungen des BKA ist den Banken dadurch ein Schaden von 40 Millionen Euro entstanden.

Das Ausspähen von Kartendaten an Geldautomaten wird auch als „Skimming“ bezeichnet. Dabei werden die Daten auf dem Magnetstreifen der Karte ausgelesen und gespeichert. Zudem wird die Geheimzahl erfasst. Mit diesen Informationen können Kriminelle dann eine weiße Blanko-Karte anfertigen, die mit denselben Informationen bestückt ist wie das Original. An Geldautomaten im Ausland wird dann Bargeld abgehoben. Innerhalb Deutschlands ist das nicht möglich, weil ein zentrales Informationssystem dafür sorgt, dass an Automaten nur die Originalkarte akzeptiert wird. Die Dubletten werden vor allem in Italien, Bulgarien, Rumänien, Großbritannien und in Frankreich eingesetzt, meldet das Bundeskriminalamt. Drei Viertel aller Missbrauchsfälle seien an Automaten in diesen fünf Staaten aufgetreten.

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„Manipulation nicht erkennbar“

„Als normaler Kunde kann man eine Manipulation im Grunde nicht erkennen“, sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke bei der Vorstellung des Berichts im Rahmen einer internationalen Tagung zur Kartenkriminalität in Berlin. Darüber hinaus geht er von einer hohen Dunkelziffer aus. Viele Banken würden die Manipulationen nicht melden, weil sie sonst um ihre Reputation fürchteten, sagte Ziercke. Sind Kunden durch „Skimming“-Angriffe betroffen, ersetzen die Banken den Schaden sofort. Die meisten sehen deshalb auch davon ab, bei der Polizei Strafanzeige zu erstatten. „Das sollten sie aber in jedem Fall tun, damit die Täter verfolgt werden können“, rät Peter Lischke von der Berliner Verbraucherzentrale.

Geldautomat zwei © dpa Vergrößern Laien können die Tastaturattrappe und den Kartenaufsatz kaum erkennen

Um die eigenen Kartendaten so gut wie möglich zu schützen, rät Lischke, die Geheimzahl (“Pin“) immer verdeckt einzugeben. Denn ohne die dazugehörige Pin können Kriminelle zwar die Kartendaten kopieren, aber kein aber Geld abheben. „Man sollte sich vor der Eingabe der Pin umschauen, ob niemand unmittelbar hinter einem steht, ob nirgendwo eine Kamera angebracht oder ein Spiegel installiert ist.“ Denn die Geheimzahl wird in den meisten Fällen durch eine kleine Kamera erfasst, die in der Leiste oberhalb des Geldautomaten befestigt wurde. Auch Broschürenhalter in unmittelbarer Nähe des Automaten könnten präpariert sein. Darüber hinaus wurden bereits Fälle bekannt, bei denen die Pin über einen zweiten Ziffernblock ausgespäht wurde. Dieser flache Ziffernblock ist äußerlich baugleich mit den Originaltasten des Geldautomaten und wird mit doppelseitigem Klebeband auf der Originaltastatur befestigt.

Auch Türöffner können betroffen sein

Darüber hinaus empfiehlt Lischke, die Geldautomaten vor der Benutzung gründlich zu begutachten. „Wenn irgendetwas Verdächtiges auffällt, sollte sofort die Bank benachrichtigt werden. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich immer, auf ein anderes Gerät auszuweichen“, sagt der Fachmann. Die Kartendaten können bereits vor dem Eingang zum Bankfoyer ausgelesen werden. In mehr als jedem zehnten Fall wurden die Daten durch einen manipulierten Türöffner am Eingang ausgespäht. Bei vielen Banken muss die Karte eingegeben werden, damit sich die Tür zum Foyer öffnet. „In keinem Fall sollte man zusätzlich zur Karte die Pin eingeben. Das wird von keiner Bank gefordert“, sagt Lischke.

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