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BKA-Studie Immer mehr Mißhandlungen werden aufgedeckt

30.12.2005 ·  Die schrecklichen Schicksale von Kindern wie Karolina oder Jessica sorgen immer wieder für Entsetzen. Einer Studie des Bundeskriminalamts zufolge ist die Bereitschaft, solche Fälle von Kindesmißhandlung zu melden, jedoch gestiegen.

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Der statistische Anstieg der Kindesmißhandlungen seit Mitte der 90er Jahre ist nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) wohl auch durch eine erhöhte Anzeigebereitschaft bedingt. „Diese schon seit langem festzustellende statistisch starke Zunahme dürfte auch auf eine verbesserte Aufhellung des Dunkelfeldes zurückzuführen sein, durch ein verändertes Anzeigeverhalten zumal bei innerfamiliärer Gewalt und bei gewalttätigen Auseinandersetzungen unter Minderjährigen“, erklärte das BKA am Freitag mit Verweis auf die polizeiliche Kriminalitätsstatistik 2004.

Nach dem im Juni veröffentlichten Bericht wurden im vergangenen Jahr 2916 Fälle von Kindesmißhandlung angezeigt, 0,4 Prozent weniger als 2003. 1996 wurden 1971 Fälle registriert. In den vergangenen Jahren gab es allerdings auch Gesetzesänderungen wie das Inkrafttreten des Gewaltschutzgesetzes, die die Zahl der angezeigten Fälle beeinflußt haben könnten.

Saarland: Pflichtuntersuchungen von Kindern gefordert

Zum Schutz vor Mißhandlungen und Vernachlässigung sollen für alle Kinder Pflichtuntersuchungen eingeführt werden. Das Saarland plant eine entsprechende Bundesratsinitiative.

„Der Staat muß sich auch besonders um die Kinder kümmern, die auf der Schattenseite des Lebens geboren werden“, sagte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen der Zeitung “Die Welt“ vom Freitag. Sie strebe eine Art Frühwarnsystem an, um das Risiko, daß Kinder verwahrlosen oder mißhandelt werden, zu verringern. Danach sollen professionelle Familienhelfer und Hebammen bereits während der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren des Kindes Problemfamilien besuchen und Hilfe anbieten.

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