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Angriffe auf Polizisten : Bewährungsstrafen wegen Tumulten in Hameln

Prozess im Landgericht Hannover: Der Richter sprach bei der Urteilsbegründung von einer „gelebten Ablehnung dieses Staats“ durch die Angeklagten. Bild: dpa

Nach Angriffen auf Polizisten und Rettungskräfte hat das Landgericht Hannover sechs Mitglieder einer Großfamilie wegen Körperverletzung und Landfriedensbruch verurteilt.

          Nach Angriffen auf Polizisten und Rettungskräfte durch eine Großfamilie sogenannter M-Kurden in Hameln hat das Landgericht Hannover am Mittwoch sechs Mitglieder des Clans wegen Körperverletzung und Landfriedensbruch zu Bewährungsstrafen zwischen sechs Monaten und zwei Jahren verurteilt. Die Ausschreitungen erfolgten im Januar 2015, nachdem ein des Raubes verdächtiges Familienmitglied versucht hatte, durch ein Fenster im siebten Stock des Hamelner Amtsgerichts vor dem Zugriff der Behörden zu fliehen.

          Reinhard Bingener

          Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.

          Der 26 Jahre alte Mann stürzte dabei in die Tiefe und starb später im Krankenhaus an seinen schweren Verletzungen. Noch während Rettungskräfte um sein Leben rangen, wurden sie ebenso wie die Polizei von Angehörigen des Gestürzten attackiert und mit Pflastersteinen beworfen. Die Attacken wurden später im Krankenhaus fortgesetzt. Insgesamt wurden 24 Polizisten durch die etwa 30 Angreifer verletzt. Den Urteilen vom Mittwoch lag ein Deal zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigern zugrunde.

          Im Gegenzug zur Ablegung von Geständnissen war den Angeklagten eine Bewährungsstrafe zugesichert worden. In seiner fast einstündigen Urteilsbegründung sprach der Richter von einer „gelebten Ablehnung dieses Staats“ durch die Angeklagten, die nach dem Prinzip „Familie über alles, ohne Rücksicht auf Verluste“ handelten. Allerdings sei es für die Angeklagten auch belastend gewesen, Augenzeugen des tödlichen Sturzes geworden zu sein.

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