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Oberster Gerichtshof : Berufung im Fall Diren zurückgewiesen

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Markus Kaarma erschoss den Austauschschüler Diren Dede in seiner Garage. Er hatte möglichen Einbrechern eine Falle gestellt. Bild: Reuters

Vor fast drei Jahren wurde der Hamburger Austauschschüler Diren Dede in Amerika erschossen. Der Schütze wurde zu 70 Jahren Haft verurteilt. Eine Berufung hat der Oberste Gerichtshof jetzt abgelehnt.

          Der Oberste Gerichtshof des amerikanischen Bundesstaates Montana hat den Berufungsantrag eines Schützen abgelehnt, der vor fast drei Jahren in seiner Garage den Hamburger Austauschschüler Diren Dede tötete. Wie das Gericht am Mittwoch mitteilte, hält es Markus Kaarmas Verurteilung zu 70 Jahren Haft aufrecht, da die gerügten Formfehler keine Aufhebung rechtfertigten.

          Kaarmas Verteidiger hatten den Berufungsantrag unter anderem mit Missoula als Gerichtsort begründet. Da Dedes Tod in der Universitätsstadt viel Aufmerksamkeit erregte, hätte der Prozess wegen vorsätzlicher Tötung verlegt werden müssen. Die Verteidigung hatte zudem moniert, dass Kaarma während des Verfahrens im Dezember 2014 benachteiligt worden sei. Der frühere Feuerwehrmann hätte damals nicht nur nachweisen müssen, sein Haus zu verteidigen, sondern auch sich selbst. Dieser Nachweis widerspreche aber dem Festungs-Grundsatz des Bundesstaates, der das Töten eines Eindringlings erlaubt.

          Der 17 Jahre alte Dede hatte in der Nacht des 27.April 2014 Kaarmas offene Garage betreten. Nach Einbrüchen in den vorangegangenen Wochen hatte der 33 Jahre alte Kaarma die Garage mit einer Handtasche und Kreditkarten als Falle ausgestattet. Wie Dedes Begleiter später aussagten, suchte der türkischstämmige Hamburger in der Garage nach Alkohol, als er von Kaarmas Kugeln getroffen wurde.

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