Ein Familienvater hat in Berlin seine Frau und seine beiden Jungen getötet. Danach habe sich der 69 Jahre alte Mann nach bisherigen Erkenntnissen selbst umgebracht, sagte Polizeisprecher Stefan Redlich am Dienstagabend. „Hier hat sich eine Familientragödie abgespielt.“ Ein Junge sei drei Jahre alt gewesen, der andere sechs und gerade eingeschult worden. „Wir gehen davon aus, dass die Familie sehr verschuldet gewesen war.“ Das sei wohl auch das Motiv des Mannes für die grausige Tat.
Ein weiteres Kind - ein knapp einjähriges Mädchen - überlebte die Familientragödie. Das
Kind sei vor der Tat in der Babyklappe des Waldkrankenhauses in Spandau abgegeben worden, sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft am Mittwoch. Medienberichten zufolge hatte der Mann selbst seine Tochter in dem Krankenhaus abgegeben.
Die Ermittler gehen davon aus, dass die Tat in dem gut situierten Stadtteil am Wannsee schon mehrere Tage zurückliegt, wann genau, war zunächst unklar. „Es gibt keine Hinweise, dass die Frau die Tötung gewollt hat“, sagte Redlich. Die Todesursachen stehen noch nicht fest, erschossen wurden die Opfer aber laut Polizei nicht. Wahrscheinlich hat sich der Mann nicht unmittelbar nach der Tat das Leben genommen, sondern noch etliche Zeit vergehen lassen, hieß es.
Nachbarn hätten am Dienstagabend kurz nach 20 Uhr die Feuerwehr alarmiert, weil der Wagen der Familie schon länger nicht bewegt worden sei und ein Fenster der Wohnung tagelang offen gestanden habe, erklärte der Sprecher. Die Feuerwehrleute brachen daraufhin die Wohnungstür auf und fanden die Leichen. Die Kinder wurden in ihrem Zimmer entdeckt.
Die Mordkommission rückte zum Tatort aus, ebenso die Spurensicherung und die Gerichtsmedizin. Experten fotografierten mit spezieller Lasertechnik die Räume der Etagenwohnung, um später daraus 3-D-Modelle erstellen zu können. Auch sollten Fingerabdrücke und mögliche DNA-Spuren gesichert werden.
Das dreigeschossige Mehrfamilienhaus mit zehn Mietparteien liegt im Berliner Ortsteil Gatow im Westen der Hauptstadt. In der Nacht zu Mittwoch tummelten sich - womöglich wegen des sintflutartigen Regens in Berlin - kaum Schaulustige vor dem Wohnhaus. Lediglich ein paar Polizeifahrzeuge und rot-weißes Absperrband waren zu sehen. Nachbarn wurden befragt, sollen aber auch in den kommenden Tagen noch einmal vernommen werden.
In den vergangenen Wochen hatten mehrere Familiendramen bundesweit für Aufsehen gesorgt. Insgesamt wurden dabei in Nordrhein-Westfalen in diesem Monat schon sieben Kinder getötet. Erst am Montag waren in Neuss die Leichen einer Mutter und ihrer beiden Kinder aufgefunden worden. Der als gewalttätig bekannte Familienvater soll sie erschossen haben.
Und mann hätte es so leicht verhindern können!
Tom Lee (tomlee71)
- 22.08.2012, 18:56 Uhr
Das Verzweiflung zum Suizid führen kann...
Gus Savel (gsavel)
- 22.08.2012, 10:19 Uhr