Home
http://www.faz.net/-gus-7auqp
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
50 Plus

Berlin Nackter Mann von Polizeikugel getötet

Der unbekleidete Mann, der beim Roten Rathaus in Berlin einen Polizisten mit einem Messer bedrohte, ist an einem Lungendurchschuss gestorben. Das ergab die Obduktion. Laut Polizei hatte sich der Mann selbst verletzt und dann einen Polizisten angegriffen.

© AFP Vergrößern Polizisten räumen am Nachmittag den Tatort am Neptunbrunnen in Berlin

Ein nackter Mann ist am Freitag am Roten Rathaus in Berlin von einem Polizisten erschossen worden. Der Unbekannte hatte zuvor im Neptunbrunnen einen Beamten mit einem 20 Zentimeter langen Sägemesser bedroht und sich auch selbst verletzt, wie ein Polizeisprecher mitteilte.

Die Obduktion habe ergeben, dass der Mann durch den Schuss aus einer Polizeipistole einen Lungendurchschuss erlitt und daran starb, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Nachmittag. Es spreche einiges für Notwehr des Beamten, sagte der Sprecher. Die genauen Umstände würden jetzt geprüft. Der Tote soll nach ersten Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft ein 31 Jahre alter Berliner sein.

Eine Passantin war auf den Nackten mit dem Messer in dem Brunnen aufmerksam geworden und hatte sich laut Polizei an einen Wachposten vor dem nahen Dienstsitz von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) gewandt. Der Wachschützer alarmierte die Polizei. Ein Funkwagen mit zwei Beamten fuhr zu dem Brunnen. Einer der Polizisten sei zu dem blutenden und fuchtelnden Mann in den Brunnen gestiegen, der andere sei davor stehen geblieben, wie ein Sprecher der Polizei berichtete.

Auf Forderungen, das Messer wegzulegen, habe der Angreifer nicht reagiert. Er habe sich das Werkzeug an den Hals gelegt, da habe er schon eine Bauchverletzung gehabt. Auf die Frage, ob der Mann einen geistig verwirrten Eindruck gemacht habe, hieß es lediglich: „Es war kein übliches Verhalten.“

Der Mann habe sich durch die Polizisten nicht beruhigen lassen. Ganz im Gegenteil: Er sei auf den Beamten im Brunnen zugegangen, dieser habe nicht zurückweichen können. „In der gefährlichen Situation hat der andere die Waffe gezogen und einen Schuss abgegeben“, so der Sprecher.

Einen Zusammenhang des Geschehens mit dem Berliner Rathaus, dem Amtssitz des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD), schloss der Polizeisprecher aus. Der Mann habe auch keinerlei politische Forderungen geäußert. Das Rote Rathaus im Bezirk Mitte ist der Regierungssitz des Bürgermeisters und des Senats der Hauptstadt.

Quelle: AFP/DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Berliner Charité Kran-Besetzung endet friedlich

In schwindelerregender Höhe besetzt ein Mann einen Baukran am Berliner Charité-Uniklinikum. Nach langen Gesprächen und einem Großeinsatz der Polizei gibt er auf. Mehr

05.09.2014, 14:25 Uhr | Gesellschaft
Polizist täuscht Unfall vor

Ein Video über einen sehr seltsamen Einsatz bringt die argentinische Polizei in Erklärungsnot. Es zeigt einen Beamten, der bewusst auf ein fahrendes Auto springt - und anschließend so tut, als sei er angefahren worden. Mehr

06.09.2014, 20:44 Uhr | Gesellschaft
Düsseldorf Frau lag jahrelang tot in ihrer Wohnung

Vermutlich dreieinhalb Jahre lang lag eine Frau aus Düsseldorf tot in ihrer Wohnung. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach dem Fund der Leiche gegen die Nachbarn: Sie sollen die Sozialleistungen der Frau abgezweigt haben. Mehr

04.09.2014, 13:35 Uhr | Gesellschaft
Die Karriere des Bürgermeisters im Rückblick

Der Regierende Bürgermeister hat Berlin lange geprägt. Currywurst und Klaus Wowereit - beides gehörte im öffentlichen Bewusstsein lange fest zur Hauptstadt. Mehr

26.08.2014, 15:04 Uhr | Politik
Neu-Isenburg Rätselhafter Tankstellenunfall war Suizid

Ein Mann raste am Donnerstag mit seinem Auto in eine Tankstelle in Neu-Isenburg. Für die Polizei deutet nun alles auf einen Suizid hin. Mehr

05.09.2014, 16:47 Uhr | Rhein-Main
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 28.06.2013, 11:43 Uhr

Schwangerschaftsübelkeit Herzogin Kate ist unpässlich

Kate sagt ihren ersten offiziellen Auslandsbesuch ohne Ehemann wegen Schwangerschaftsübelkeit ab, der schwedische König wird in einen Autounfall verwickelt und Ban Ki-moon befördert Leonardo DiCaprio – der Smalltalk. Mehr 5

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden