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Bayerns Innenminister : Harte Strafen für Horror-Clowns gefordert

  • Aktualisiert am

Maskierte Grusel-Clowns machen die deutschen Straßen unsicher. Bild: Reuters

Täter dürften mit keinerlei Nachsicht rechnen, warnt Bayerns Innenminister Herrmann und kündigt harte Strafen an. Auch Rechtsexperten und Polizei warnen: Den Horror-Clowns können Haftstrafen drohen.

          Bei den Umtrieben der so genannten Horror-Clowns hört für Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) der Spaß auf. „Solche üblen Gags können schlimme Folgen haben“, sagte der Minister der „Passauer Neuen Presse“. Die Täter dürften nicht mit Nachsicht rechnen: „Wir werden da deshalb auch nichts durchgehen lassen und jeden Fall konsequent verfolgen sowie entsprechend ahnden“, sagte Herrmann. „Aus einem vermeintlichen Scherz wird dann für den Täter bitterer Ernst.“

          Zehnjähriger mit Axt erschreckt

          Am Wochenende hatten sich deutschlandweit mehrere weitere Vorfälle mit Horror- oder Gruselclowns ereignet, die Menschen erschreckten und teils auch verletzten. Das Phänomen von Horror- oder auch Grusel-Clowns, die ahnungslose Passanten erschrecken, war vor einiger Zeit zunächst in den Vereinigten Staaten aufgetaucht.

          Herrmann berichtete von einem Fall in München, wo am Freitag ein Horror-Clown einen zehnjährigen Jungen auf offener Straße erschreckt habe: „Plötzlich stürzte eine Person mit Clownsmaske und mit schwingender Axt schreiend aus einem Gebüsch und lief auf den Jungen zu. Dabei filmte sich der Täter. Der Junge erschrak furchtbar und lief davon.“ Wer solche Filme etwa auf Facebook veröffentliche, müsse mit einem Besuch der Polizei rechnen, sagte der Minister.

          „Am Rande der Kriminalität“

          Die Polizei Thüringen schrieb auf ihrer Facebook-Seite, dass die maskierten Erschrecker sich „am Rande der Kriminalität“ bewegen. „Je nach Fall kommt hier zunächst eine Ordnungswidrigkeit in Betracht, die mit einem Bußgeld geahndet wird“, heißt es weiter. Selbst wenn die Verfolgung durch einen Clown nur als Spaß gedacht sein sollte, mache man sich unter Umständen strafbar. „Hier sind Straftaten wie Bedrohung, Nötigung, beziehungsweise versuchte oder vollendete Körperverletzung oder gar gefährliche Körperverletzung einschlägig, denn unter Umständen kann sich das Opfer bei der Flucht in Todesangst verletzen.“ Ganz davon abgesehen hätten die Opfer mit Angstzuständen zu kämpfen. Die Angreifer müssten auch damit rechnen, selbst angegriffen zu werden. „Denn wenn man attackiert wird, darf das Opfer dem Angriff innerhalb der Grenzen der Notwehr begegnen.“

          Der Kölner Rechtsanwalt Christian Solmecke sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, dass sich ein Grusel-Clown möglicherweise wegen fahrlässiger Körperverletzung oder gar Tötung verantworten müsse, wenn sein Opfer beispielsweise durch den Schreck einen Herzinfarkt erleide.  Drohe der Clown zusätzlich mit einem Messer oder einer anderen Waffe, sei eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr möglich. Führe das Erschrecken im Straßenverkehr zu einem Verkehrsunfall, sei das als gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr zu werten, der mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden könne.

          Wegen der Übergriffe fürchtet der Verband Deutscher Zirkusunternehmen einen Imageschaden für die artistische Figur. „Mit einem Clown soll eigentlich Spaß, Freude und Tollpatschigkeit assoziiert werden. Über ihn soll man lachen“, sagte der Vorsitzende des Vereins, Dieter Seeger, der Deutschen Presse-Agentur. „Durch die Attacken wird der Clown immer mehr zum Angstobjekt.“

          Warum die Maskierten sich für ein Clowns-Kostüm entscheiden, kann Seeger nur vermuten: „Möglicherweise hat das mit einigen Kinofilmen zu tun, in denen der Bösewicht als Clown auftritt - zum Beispiel bei Überfällen.“ Gerade auf Kinder wirke sich das traumatisch aus.

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