27.08.2004 · Die Polizei sucht fieberhaft nach den Lübecker Bankräubern, von denen sie bislang nur die Spitznamen kennt. Einer der Maskierten trug sinnigerweise eine Kappe mit der Aufschrift „100 Jahre Volksbank“.
Mit Phantombildern will die Polizei nach den beiden Unbekannten suchen, die am Donnerstag eine Bank in Lübeck überfallen hatten. Die Täter im Alter von 30 bis 40 Jahren waren offenbar mit einem gestohlenen Schlüssel in einer Lübecker Volksbank-Filiale eingedrungen. Dort hatten sie die Mitarbeiter überwältigt und waren mit einer Beute von mindestens 40.000 Euro entkommen. Da die Polizei zuerst eine Geiselnahme vermutete, löste sie einen Großeinsatz mit mehr als 200 Beamten aus.
Es gebe noch keine Hinweise auf die Täter, teilte die Polizei in Lübeck mit. Einer der beiden maskierten Bankräuber habe eine Kappe mit der Aufschrift „100 Jahre Volksbank“ getragen und sei von seinem Komplizen „Dicker“ genannt worden. Der andere Mann wurde von seinem Begleiter „Peter“ gerufen. Die Vermutung, es habe einen dritten Komplizen gegeben, soll sich bisher nicht bestätigt haben.
Sondereinsatzkommando findet keine Geiseln
Die beiden Täter hatten am Vorabend des Bankraubs einen der Kassierer in seiner Wohnung überfallen und sich so einen Bankschlüssel sowie den Tresorcode besorgt. Am frühen Donnerstagmorgen drangen die beiden Männer dann in die Bankfiliale ein. Sie fingen nacheinander die sieben Mitarbeiter ab, als diese die Bank betreten wollten. Einen Angestellten zwangen die Täter, den Tresor zu öffnen. Anschließend sperrten die Täter die Mitarbeiter in einen Raum, aus dem sie sich später befreien und das Gebäude über den Hintereingang verlassen konnten.
Mehrere Stunden lang war unklar, ob sich die Täter mit Geiseln in der Bank verschanzt hatten. Ein Sondereinsatzkommando stürmte gegen 11 Uhr das Geldinstitut und fand dort weder Bankräuber noch Geiseln. Den auf seinem Balkon gefesselten Bankangestellten bemerkten Anwohner am Donnerstagmorgen und verständigten die Polizei. Die Beamten befreiten den leicht verletzten Mann, inzwischen soll er wieder wohlauf sein.