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Babyhandel Leihmutter soll Kind verkauft haben

24.05.2005 ·  „Aus Nächstenliebe“ bot sich eine Frau in Belgien einem kinderlosen Paar als Leihmutter an. Doch schon während der Schwangerschaft bot sie das Baby zum Verkauf an.

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Der Verdacht auf Kinderhandel einer Leihmutter aus Flandern beschäftigt jetzt die belgische Justiz. Die Staatsanwaltschaft Oudenaarde geht einer Spur nach, nach der eine Leihmutter sich auf Wunsch eines belgischen Ehepaars mit dem Sperma des Mannes künstlich befruchten ließ, dem leiblichen Vater und seiner Frau aber das Kind vorenthalten und es stattdessen an ein niederländisches Ehepaar abgegeben haben soll.

Nach belgischen Zeitungsberichten haben die Niederländer angeblich 15.000 Euro für das Neugeborene bezahlt. Zeugen aus Belgien behaupten, auch ihnen sei das Kind von der Leihmutter gegen Geld angeboten worden. Die Leihmutter und ihr Mann wurden inzwischen vernommen, und ihr Computer wurde für weitere Nachforschungen beschlagnahmt.

„Aus Nächstenliebe“ gehandelt

Das belgische Ehepaar mit Kinderwunsch war nach den Berichten über das Internet in Kontakt mit der späteren Leihmutter getreten, die, wie sie später sagte, "aus Nächstenliebe" ein Kind für die beiden austragen wollte. Das Ehepaar war bereit, die Kosten für die medizinische Versorgung zu tragen. Im Sommer 2004 wurde die junge Frau schwanger. Mehrere Zeitungen berichteten, Anfang 2005 habe die Leihmutter das Ehepaar per E-Mail von einer Fehlgeburt unterrichtet und danach den Kontakt abgebrochen. Nachforschungen des Paares hätten jedoch ergeben, daß die Leihmutter sehr wohl ein Mädchen zur Welt gebracht habe. Sie habe das Kind aber schon an ein niederländisches Paar abgegeben, das die Kleine adoptieren wolle.

Laut der Zeitung "Het Laatste Nieuws" soll das niederländische Ehepaar 15.000 Euro für das Kind gezahlt haben. Der niederländische Kinderschutz-Rat will nun prüfen, ob wirklich Geld geflossen ist und somit ein Verstoß gegen das niederländische Adoptionsrecht vorliegt. Auch einem homosexuellen Paar aus Belgien soll die Leihmutter das Kind schon während der Schwangerschaft ebenfalls über das Internet und mit dem Hinweis angeboten haben, die ursprünglichen Wunscheltern hätten kein Interesse mehr an dem Kind. Nach eigenen Angaben waren auch die beiden Männer bereit, die medizinische Versorgung von Mutter und Kind zu bezahlen, was der Leihmutter aber zuwenig gewesen sein soll. Sie habe mitgeteilt, niederländische Interessenten seien bereit, 15.000 Euro für das Neugeborene zu zahlen. Nach eigener Aussage gewannen die beiden Belgier den Eindruck, es mit Kinderhandel zu tun zu haben, und zogen sich zurück.

Quelle: ans. / F.A.Z., 24.05.2005
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