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Augsburger Familiendrama : Verdächtiger in die Türkei geflohen

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Fahndungsfoto: Ali Göbelek wird von der Polizei gesucht Bild: dpa/dpaweb

Ein 37jähriger Mann, der im Zusammenhang mit dem fünffachen Mord in Augsburg gesucht wird, hat sich offenbar in die Türkei abgesetzt.

          Der Tatverdächtige im Augsburger Familiendrama mit fünf Toten ist nach Polizeiangaben vermutlich in die Türkei geflüchtet. Die Fahndung nach dem 37jährigen solle durch einen internationalen Haftbefehl verstärkt werden, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. Sollte er in der Türkei fest genommen werden, würden die deutschen Behörden seine Auslieferung beantragen.

          Der 37jährige lebte getrennt von seiner Ehefrau, die mit der siebenjährigen Tochter aus erster Ehe zu den Opfern der Bluttat gehörte. Der Mann war in dem Augsburger Doppelreihenhaus polizeilich gemeldet und hatte Schlüssel für die Wohnung. Ein 24jähriger Freund der türkischen Familie hatte am Montag in dem Haus die grausig zugerichteten Körper der Erstochenen gefunden. Die Leichen lagen im Keller, Kinderzimmer und unter dem Dach.

          Ein Opfer Bewohner auf Zeit

          Unter den Toten befanden sich neben der 29jährigen Ehefrau und Mutter der getöteten siebenjährigen Ela deren Großmutter (53), der 25jährige Bruder von Elas Mutter und - anders als bislang von den Behörden angegeben - ein 26jähriger Mann aus Tschechien, der vorübergehend in dem Haus gewohnt hatte. Die Leichen befinden sich inzwischen zur Obduktion in München.

          Die Hintergründe der Tat liegen auch einen Tag nach dem Geschehen im Dunkeln. Die Polizei geht von einer Beziehungstat aus. Unklar ist auch, wo sich der Hund der Familie befindet. Es handelt sich entgegen früheren Angaben nicht um einen Rottweiler, sondern um einen Dobermann. Ihn könnte der gesuchte und in die Türkei geflohene Verdächtige mitgenommen haben.

          Sonderkommission „Ela“

          Vor dem nach wie vor abgeriegelten Haus im Augsburger Stadtteil Bärenkeller hatten am Dienstag Nachbarn Blumen niedergelegt und Kerzen aufgestellt. Dazwischen lagen Kuscheltiere und Briefe mit der Aufschrift „Ela“, dem Namen des siebenjährigen Opfers. Die Polizei hat zur Aufklärung des Familiendramas eine 32köpfige Sonderkommission „Ela“ gebildet.

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