19.08.2009 · Auch Stunden nach der Explosion mehrerer Sprengsätze vor einem Wohnhaus in Viernheim zeichnet sich in den Verhandlungen mit dem Täter noch keine Lösung ab. Die Polizei machte keine Angaben dazu, ob die Wohnung in der Nacht gestürmt werden soll. Rund 100 Anlieger mussten für die Nacht ihre Wohnungen räumen.
Vor einem Wohnhaus im hessischen Viernheim an der Bergstraße hat ein Mann am frühen Mittwochmorgen gegen 6 Uhr mehrere Sprengsätze gezündet. Dabei wurde laut Polizei eine vierköpfige Familie leicht verletzt. Auch Stunden nach der Explosion zeichnet sich in den Verhandlungen mit dem Täter noch keine Lösung ab.
Der mutmaßliche Täter flüchtete in Tarnanzug und Gasmaske in seine Wohnung in der Nachbarschaft. Dort verschanzte er sich und drohte mit der Explosion weiterer Sprengfallen. Einsatzkräfte der Polizei umstellten das mehrstöckige Gebäude und sperrten das Gebiet weiträumig ab. 19 Häuser in der unmittelbaren Nachbarschaft wurden von der Polizei evakuiert. Rund 100 unmittelbare Anlieger mussten für die Nacht ihre Wohnungen räumen. Die Bewohner seien bei Freunden, Bekannten und Verwandten untergekommen.
Die Polizei setzt weiterhin auf Zeit. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass der Mann dort weitere Sprengmittel deponiert habe. Die Ermittler vermuten, dass es einen Zusammenhang mit einem weiteren Sprengstoffanschlag an einem Wohnhaus im etwa fünf Kilometer entfernten Weinheim in Baden-Württemberg gibt.
Das Motiv für die Tat war zunächst unklar. Mietschulden könnten der Hintergrund sein. Demnach soll der Mann seit mehreren Monaten keine Miete für seine Wohnung gezahlt haben. Angeblich läuft bereits eine Räumungsklage. Ein Polizeisprecher wollte dies auf Anfrage nicht bestätigen. Es werde in alle Richtungen ermittelt, sagte er.
Seit Jahren mit Munition experimentiert
Nach Aussagen eines Nachbarn soll der Tatverdächtige seit Jahren mit Munition im Kleingarten seiner Eltern experimentiert haben. Er sei stets mit Militärklamotten bekleidet gewesen, berichtete der Nachbar. Der Mann habe nett und intelligent gewirkt, sei aber ein Einzelgänger gewesen.
Gegen sechs Uhr hatte der mutmaßliche Täter vor dem Eingang des Einfamilienhauses in Viernheim mehrere Sprengkörper zur Explosion gebracht. Um ihre beiden Kinder zu retten, schlugen die Eltern eine Scheibe ein, wobei sie sich Schnittverletzungen an den Händen zuzogen. Die Familie floh durch das Fenster. Die sieben und neun Jahre alten Kinder erlitten einen Schock.
Weitere Sprengfallen ausgelegt
Der Täter flüchtete in seine nahe gelegene Wohnung in einem Gebäudekomplex. Ersten Erkenntnissen zufolge hat er keine Geiseln in seiner Gewalt und befindet sich alleine in dem Haus. Über Notruf meldete er sich bei der Polizei und gab an, noch weitere Sprengfallen ausgelegt zu haben. Ein Sprecher sagte, es müsse davon ausgegangen werden, dass der Mann bewaffnet sei. Die Polizei stehe telefonisch in Kontakt mit dem Tatverdächtigen, sagte ein Sprecher.
Das ist leider der Preis...
Joachim Mense (JMense)
- 19.08.2009, 13:45 Uhr
ach quark
Oliver Langen (Acer99)
- 19.08.2009, 14:03 Uhr
@Herrn Mense
Nils Dietrich (envriel)
- 19.08.2009, 14:56 Uhr
Wenn Leute wüßten wovon sie sprechen...
Christian Barfuß (Wiki-Chris)
- 19.08.2009, 15:29 Uhr
@Herr Langen: Wer lesen kann...
Joachim Mense (JMense)
- 19.08.2009, 15:34 Uhr