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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Anschlag auf Ikea Explosionen in zwei Möbelhäusern

 ·  In zwei Ikea-Filialen und auf einem Kundenparkplatz explodierten Sprengsätze. Betroffen waren Möbelhäuser in Belgien, Frankreich und den Niederlanden. Verletzt wurde niemand. Wer hinter den Anschlägen steckt, ist noch unbekannt.

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In zwei Filialen des schwedischen Möbelhauses Ikea in Belgien und Frankreich sind kleine Sprengsätze explodiert. Im flämischen Gent gingen am Montagabend fast zeitgleich zwei Zünder in die Luft, berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga. Ähnliche Sprengsätze zündeten auf dem Parkplatz einer Ikea-Filiale im niederländischen Eindhoven und in einem Möbelhaus in Frankreich, teilte die Staatsanwaltschaft in Gent mit. Die Vorgehensweise sei an allen Orten gleich gewesen. Verletzt wurde niemand, der Schaden war gering. Die Hintergründe sind noch unklar, die Polizei vermutet Erpresser hinter den Taten. In den letzten Jahren gab es in den Niederlanden bereits mehrfach Drohungen gegen den Möbelkonzern, eine Frau und zwei Männer wurden wegen Erpressung zu Haftstrafen verurteilt. „Noch ist offen, wer hinter den Taten steckt“, sagte der zuständige Staatsanwalt. Die schwedische Handelskette erklärte, alle Häuser blieben weiter offen.

Unter Paletten versteckte Sprengsätze

Zur Tatzeit am Montagabend um 18.00 Uhr waren die Geschäfte noch geöffnet. In der Ikea-Filiale in Gent wurden die 200 Kunden per Durchsage gebeten, das Gebäude zu verlassen. „Wir hörten einen dumpfen Knall“, sagte ein Kunde dem flämischen Rundfunk. „Ich dachte, es wären irgendwo Regale oder ein Schrank umgefallen.“ Die beiden Sprengsätze waren nach Polizeiangaben in Milchkartons unter Paletten versteckt. „Manipulierte Wecker, die versteckt waren, sind explodiert“, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft im flämischen Gent, An Schoonjans, am Dienstagmorgen und verwies dabei auf die Vorläufigkeit ihrer Informationen. Ein Angestellter und ein Wachmann wurden nach dem Knall wegen Ohrenschmerzen behandelt. Spezialisten durchsuchten mit Spürhunden das Geschäft, ohne weitere Sprengsätze zu finden.

Aus Frankreich und den Niederlanden meldete die Polizei ähnliche Explosionen. Nach Medienberichten ging dort vorher eine Bombendrohung ein. In Eindhoven explodierte ein Paket in einem Mülleimer auf dem Parkplatz vor dem Ikea-Geschäft. Später wurde ein verdächtiges Paket gesprengt. Im französischen Lomme geschah die Explosion im Laden selbst. Vermutlich ist ein und dieselbe Person für die Taten verantwortlich, da alle Zünder laut Polizei nach ähnlichem Muster gebaut waren. Auch am Dienstag fehlte noch jede Spur von den Tätern. „Noch ist offen, wer hinter den Anschlägen steckt“, sagte der zuständige Staatsanwalt.

„Es gab keine Drohungen“

Die Pressesprecherin von Ikea, Charlotte Lindgren, dementierte Erpressungsversuche. „Es gab keine Drohungen“, sagte Lindgren der Nachrichtenagentur dpa im schwedischen Helsingborg. „Wir wissen nicht, was hinter diesen kleinen Explosionen steht und wollen uns auch nicht an Spekulationen beteiligen.“

Nach ihren Worten wurden alle betroffenen Möbelhäuser komplett durchsucht und seien jetzt sicher. Als Vorsichtsmaßnahme durchsuchten am Morgen Spezialisten mit Spürhunden die drei Möbelhäuser. Aufgrund dieser Kontrollen, bei denen nichts gefunden wurde, seien die Geschäfte sicher, teilte Ikea mit. Es handele sich um den ersten Vorfall dieser Art in Belgien. Die Gewerkschaften forderten unterdessen eine Risikoanalyse zum Schutz der Angestellten.

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