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Gleise mit Beton blockiert : Unbekannte verüben Anschlag auf Bahnstrecke bei Goslar

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Die Bundespolizei untersucht, ob der Anschlag mit den Demonstrationen rund um einen Aufmarsch Rechtsextremer in Goslar in Zusammenhang steht. Bild: EPA

Mit einem brennenden Reifen und Flüssigbeton blockieren Unbekannte die Bahnstrecke zwischen Halberstadt und Goslar. Vor Ort findet die Polizei ein Schreiben der Täter. Wollten sie die Anreise zu einer Demonstration behindern?

          Unbekannte haben einen Anschlag auf eine Bahnstrecke zwischen Halberstadt und Goslar verübt. Bei Ilsenburg legten sie am Samstag einen brennenden Reifen ins Gleis, beschädigten einen Kabelschacht und kippten Flüssigbeton auf rund 70 Zentimetern Länge auf eine Schiene, wie eine Sprecherin der Bundespolizei in Magdeburg mitteilte. Ein Fahrdienstleiter bemerkte dank Notfallanzeigen, dass an der Strecke etwas nicht stimmt. Sie wurde daraufhin vorübergehend gesperrt, so dass kein Zug in Gefahr geraten sei. Die Bundespolizei wurde informiert und ermittelt nun.

          Am Einsatzort fanden die Beamten der Sprecherin zufolge einen Zettel mit dem Satz „Stellt den Bahnverkehr ein“. Die Buchstaben seien aus Zeitungen ausgeschnitten und aufgeklebt. Einen Absender oder weitere Hinweise der Täter habe es auf dem Zettel nicht gegeben. Entschärfer nahmen die Strecke am Ort des Anschlags unter Augenschein. Nach Angaben der Sprecherin der Bundespolizei wurde aber kein Sprengstoff entdeckt.

          Fahrgäste auf der vom Harz-Elbe-Express (HEX) bedienten Strecke Halberstadt kommen inzwischen wieder problemlos ans Ziel. Zunächst war ein Schienenersatzverkehr für den gesperrten Teilabschnitt eingerichtet worden. Inzwischen wurde die Sperrung aufgehoben.

          Mit Beton und brennenden Reifen wollten die Täter die Einstellung des Bahnverkehrs auf der Strecke bewirken.

          Untersucht wird laut der Bundespolizei-Sprecherin, ob es einen Zusammenhang zu der Demonstration von Rechten und gleichzeitig stattfindendem Protesten gegen diese Aktion in Goslar gibt.

          Mindestens 3000 Menschen hatten am Samstag in Goslar mit Transparenten mit Aufschriften wie „Goslars Zukunft bleibt bunt - Kein Platz für Rassismus“ gegen den sogenannten „Tag der deutschen Zukunft“ protestiert. Rund 170 Neonazis hätten sich versammelt, sagte ein Sprecher der Polizei.

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