http://www.faz.net/-gum-75luw
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Best Ager - Für Senioren und Angehörige

Veröffentlicht: 09.01.2013, 10:20 Uhr

Amoktat von Aurora Schütze hortete monatelang Munition

Am zweiten Tag der Anhörung des Amokschützen von Aurora beschreiben Fachleute die genaue Vorbereitung des Täters – er hatte viele Monate zuvor Waffen und Munition gekauft.

© REUTERS Schon am Montag zeigte ein Polizist während der Anhörung, wo die Opfer des Todesschützen gefunden wurden.

Der mutmaßliche Amokläufer von Aurora, der in einem amerikanischen Kino zwölf Menschen erschoss, soll über Monate ein Waffenarsenal aufgebaut haben. Zudem habe der 25 Jahre alte James Holmes sich vor der Bluttat im Juli vier Schusswaffen, zwei Glock-Pistolen, ein halbautomatisches Gewehr und ein Schrotflinte, legal im Internet und in Waffengeschäften gekauft. Das erklärten Ermittler bei einer gerichtlichen Anhörung am Dienstag in Centennial im Bundesstaat Colorado.

Im Einzelnen habe der mutmaßliche Täter 6.295 Patronen über Monate vor dem Blutbad gekauft. Auch zwei Kanister Tränengas habe er erworben. In seiner Wohnung habe er mit Napalm und Glyzerin mehrere Sprengstoff-Fallen gelegt. „Das ganze Appartement wäre entweder in die Luft gegangen oder es hätte in Flammen gestanden“, sagte Ermittler Garrett Gumbinner am Dienstag nach Angaben der Zeitung „Denver Post“.

Tränen der Familienangehörigen

Bei der Anhörung wurden auch erstmals Tonbänder von telefonischen Notrufen bei dem Massaker vorgeführt. Unter anderem habe dabei ein 13 Jahre altes Mädchen unter Tränen berichtet, dass ihre sechsjährige Cousine erschossen worden sei. Bei einem anderen Anruf seien nach Angaben des Senders CNN statt der Hilferufe nur rund 30 Schüsse innerhalb einer halben Minute zu hören gewesen. Familienangehörige der Opfer lagen sich weinend in den Armen, als die Bänder im Gericht angehört wurden.

Mehr zum Thema

Es ist das erste Mal, dass derartige Details der Tat vom 20. Juli offiziell bekanntwerden. Der Richter hatte zuvor eine Nachrichtensperre verhängt. Die Anhörung soll bis Ende der Woche dauern. Danach soll darüber entschieden werden, ob es genug Beweise gibt, um gegen den Schützen einen Prozess zu eröffnen. Seine Verteidiger wollen stattdessen, dass Holmes für unzurechnungsfähig erklärt wird.

Quelle: FAZ.NET mit dpa/AFP

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Fall Niklas P. Polizei nimmt Hauptverdächtigen nach Prügelattacke fest

Im Fall des zu Tode geprügelten 17 Jahre alten Jugendlichen hat die Bonner Polizei einen mutmaßlichen Täter festgenommen, nach weiteren wird gefahndet. Unterdessen ist offenbar ein weiterer Jugendlicher attackiert worden. Mehr

17.05.2016, 17:27 Uhr | Gesellschaft
Wiesbaden Polizei überführt mutmaßlichen Serienmörder

Seit 18 Jahren ist der Mord an Tristan B. ungeklärt. Der 13-Jährige war 1998 auf grausame Weise in der Nähe von Frankfurt getötet worden. Der Mörder wurde nie gefasst. Hessische Ermittler haben nun offenbar einen Serienmörder enttarnt. Mehr

19.05.2016, 19:53 Uhr | Gesellschaft
Serienmörder von Schwalbach Die Hoffnung heißt Technik

Ein Mann aus Schwalbach soll ein Serienmörder gewesen sein. Gelöst werden wird der Fall wohl im Labor. Mehr Von Katharina Iskandar

24.05.2016, 15:35 Uhr | Rhein-Main
Grafing Ein Toter und Verletzte nach Messerattacke bei München

Am S-Bahnhof Grafing bei München hat ein Mann offenbar wahllos auf Pendler eingestochen. Der mutmaßliche Täter ist ein 27 Jahre alter Deutscher. Die Polizei prüft einen möglichen islamistischen Hintergrund der Tat. Mehr

10.05.2016, 14:55 Uhr | Politik
Neue Spuren Polizei prüft weiter Verbindungen zum Fall Tristan Brübach

Manfred S. hat vermutlich mehrere Prostituierte ermordet. Obwohl der Schüler Tristan Brübach nicht in sein Schema passt, verdichten sich die grausamen Indizien auch in diesem Fall. Mehr Von Katharina Iskandar

20.05.2016, 17:14 Uhr | Gesellschaft

Masterplan fürs Älterwerden Herbert Grönemeyer will 96 Jahre alt werden

Herbert Grönemeyer glaubt, man entscheidet selbst, wie alt man wird, Paul McCartney bekennt, wer ihn vor vielen Jahren rettete, und Bill Cosby muss am Dienstag vor Gericht erscheinen – der Smalltalk. Mehr 12

Frankfurter Allgemeine Stil auf Facebook
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden