http://www.faz.net/-gum-7ppkg

Amoklauf in Kalifornien : Student tötet offenbar aus Hass gegen Frauen sechs Menschen

  • Aktualisiert am

Am Ende kommen die Blumen: Gedenken am Straßenrand in Isla Vista Bild: AP

Wieder erschüttert eine Bluttat die Vereinigten Staaten. Diesmal ist es ein junger Student, der sich von Mädchen zurückgestoßen fühlt und Rache will. Der Täter hatte sein Verbrechen in einem Internetvideo angekündigt.

          Der Amokschütze, der am Freitagabend in einer kalifornischen Universitätsstadt sechs Menschen getötet hat, war nach Angaben der Polizei ein 22 Jahre alter Student. Laut Medienberichten hatte der junge Mann in einem von Hasstiraden erfüllten siebenminütigen Internetvideo seine Bluttat angekündigt, das er kurz vor der Tat ins Netz stellte. Demnach fühlte sich der Student offenbar von Mädchen zurückgewiesen. Er beklagte, er sei noch Jungfrau und einsam.

          Die Polizei korrigierte erste Angaben, nach denen alle sechs Menschen in Isla Vista bei Santa Barbara aus einem fahrenden Auto heraus erschossen wurden. Demnach fand die Polizei drei Opfer erstochen in der Wohnung des jungen Mannes vor. Der Täter habe sie offenbar getötet, bevor er mit seinem Auto durch Isla Vista gefahren sei und auf Menschen gefeuert habe. Dabei habe es die drei weiteren Toten gegeben. Der mutmaßliche Täter war nach einem Schusswechsel mit der Polizei tot in seinem Wagen aufgefunden worden. Den Angaben zufolge hatte er sich das Leben genommen.

          Vater eines Opfers klagt Waffenwahn an

          Die Beamten gingen nicht näher auf das mögliche Motiv ein. Sie bestätigten aber, zwei der Todesopfer seien Frauen, die vor dem Gebäude einer Studentenverbindung tödlich getroffen wurden. Ein junger Student starb beim Einkaufen in einem Geschäft. Dessen Vater machte vor Journalisten die laschen Waffengesetze in den Vereinigten Staaten für die Bluttat verantwortlich. Er klagte unverantwortliche Politiker und vor allem die mächtige Organisation der Waffenbesitzer NRA an, die sich gegen jede Verschärfung wehrt. „Wann hört dieser Wahnsinn auf?“, rief der erschütterte Vater aus.

          Die Polizei fand im Wagen des Täters drei Pistolen. Diese habe der Student legal gekauft. Außerdem seien 400 Schuss Munition sichergestellt worden.

          Familie des Täters hatte sich vor Wochen bei Polizei gemeldet

          Wie die Beamten zudem mitteilten, gab es in der Vergangenheit bereits mehrfach Kontakt der Behörden mit dem Täter. In einem Fall habe der Student einen Mitbewohner beschuldigt, drei Kerzen gestohlen zu haben. Anfang April hätten sich die Behörden nach einem Hinweis aus der Familie vom Wohlergehen des jungen Mannes überzeugen wollen. Er sei höflich und scheu gewesen und habe die Besorgnisse der Familie heruntergespielt.

          Der Vater des Schützen ist nach Medienberichten ein Hollywood-Filmemacher, der unter anderem als Regieassistent am Film „Die Tribute von Panem“ („The Hunger Games“) mitarbeitete.

          Weitere Themen

          Mann fährt mit Auto in Fußgänger Video-Seite öffnen

          Festnahme in London : Mann fährt mit Auto in Fußgänger

          In London hat ein Mann mehrere Fußgänger verletzt, als er mit seinem Auto vor dem Westminster Palace in eine Sicherheitsabsperrung gefahren ist. Ein Twittervideo zeigt die Absperrungen vor Ort.

          Topmeldungen

          Russlands Außenminister Sergej Lawrow (links) schüttelt dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Dienstag in Ankara die Hand.

          Lawrow in Ankara : Russland tritt an Erdogans Seite

          Keine zwei Tage Finanzkrise in der Türkei hat es gedauert, bis der russische Außenminister in Ankara ankommt. Russland und Erdogan haben einen gemeinsamen Feind: Amerikas Präsidenten Donald Trump.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.