26.11.2008 · In Erfurt ist aus Sicherheitsgründen eine Gesamtschule geschlossen worden, nachdem per E-Mail ein Amoklauf angedroht worden war. An einer Berufsschule in Pforzheim ist unterdessen ein Drohanruf eingegangen. Die Polizei nimmt beide Amok-Drohungen ernst.
Wegen der Androhung eines Amoklaufs ist am Mittwochmorgen eine Gesamtschule in Erfurt aus Sicherheitsgründen geschlossen worden. Ein Unbekannter habe in einer ernstzunehmenden Mail der Integrierten Gesamtschule Gewalt angedroht, sagte ein Polizeisprecher.
Das Gebäude sei mittlerweile abgesperrt und werde von der Polizei mit Hilfe von Suchhunden nach Verdächtigem abgesucht. Es sei möglich, dass der Unbekannte Sprengstoff in einem der Räume versteckt habe, sagte Etzel. Gleichzeitig versuche die Kriminalpolizei zu ermitteln, wer die Mail mit der Drohung abgeschickt habe.
Erinnerungen an das Erfurter Schulmassaker 2002
Ob die knapp 800 Schüler am Donnerstag das Schulgelände wieder betreten dürften, sei noch unklar. Dies könne erst nach den Ermittlungen und in Absprache mit dem Innen- und Kultusministerium entschieden werden, sagte Etzel.
Für die Schüler der Gesamtschule, besonders der Klassenstufen fünf bis acht, sei eine Betreuung in anderen Schulen der Thüringer Landeshauptstadt gesichert, teilte das Kultusministerium mit.
Bei einem Schulmassaker im April 2002 waren in Erfurt 16 Menschen, vor allem Lehrer und Schüler, getötet worden. Ein ehemaliger Schüler des Gutenberg-Gymnasiums hatte um sich geschossen und innerhalb weniger Minuten ein Blutbad angerichtet. Danach hatte er sich selbst getötet.
Auch Schule in Pforzheim evakuiert
Auch eine Berufsschule in Pforzheim ist am Mittwoch nach der Androhung eines Amoklaufs evakuiert worden. Beamte sperrten den Bereich um das Gebäude ab und durchsuchten die Räume der Alfons-Kern-Schule, bestätigte ein Sprecher der Polizei einen Bericht des Internetportals der „Pforzheimer Zeitung“. Per Telefon sei mit
dem Amoklauf gedroht worden, hieß es. Der Anruf werde sehr ernst genommen.