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Amokläufer von Winnenden Verwirrung um psychotherapeutische Behandlung

14.03.2009 ·  Der 17-jährige Amokschütze von Winneden soll nach Auskunft seiner Eltern keine Psychotherapie gemacht haben. Die Polizei bleibt dagegen bei ihren gegenteiligen Ermittlungen: Der Junge war in medizinischer Behandlung. In Bayern will Ministerpräsident Seehofer einen weiteren Vorstoß unternehmen, Killerspielen zu verbieten.

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Der Amokläufer von Winnenden ist nach den Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei sehr wohl mehrfach in psychotherapeutischer Behandlung gewesen. Nach ihren Ermittlungen wurde der Tatverdächtige „vom April 2008 bis September 2008 im Klinikum am Weissenhof in Weinsberg mehrmals vorstellig“, erklärten Staatsanwaltschaft Stuttgart und Polizei Waiblingen am Samstag.

Sie reagierten damit ausdrücklich auf einen „Focus“-Vorabbericht. Das Blatt hatte unter Berufung auf den Rechtsanwalt der Eltern gemeldet, Tim K. sei nach Angaben seiner Eltern niemals in psychotherapeutischer Behandlung gewesen sein. Er sei deswegen auch in keiner Klinik behandelt worden, sagte Rechtsanwalt Achim Bächle dem Nachrichtenmagazin.

Das Klinikum am Weissenhof in Weinsberg in der Nähe von Heilbronn ist nach eigenen Angaben ein Krankenhaus mit den sieben eigenständigen Kliniken für Allgemeine Psychiatrie, Gerontopsychiatrie, Suchttherapie, Forensische Psychiatrie, Neurologie, Kinder- und Jugend-Psychiatrie und Psychosomatische Medizin.

Bayern will Verbot von Killerspielen

Der 17-Jährige hatte am Mittwochmorgen an seiner früheren Schule und auf der Flucht 15 Menschen und sich selbst erschossen. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ hatte der Amokschütze noch am Abend vor der Tat Killerspiele im Internet gespielt. Das Magazin berichtet unter Berufung auf die Ermittler, die Auswertung des Rechners habe ergeben, dass der 17-Jährige gegen 19.30 Uhr das Spiel startete und den PC gegen 21.40 Uhr ausschaltete.

In Bayern wird nach dem Amoklauf von Winnenden abermals über den Verbot von Killerspielen nachgedacht. „Ich will am Dienstag in meinem Kabinett über das Killerspielverbot, über die Aufbewahrung von Waffen und vor allem über mehr Prävention beraten“, kündigte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) in der „Bild am Sonntag“ an.

Mit erstem Vorstoß gescheitert

Bayern hatte bereits vor zwei Jahren einen Antrag für ein Verbot von Killerspielen in den Bundesrat eingebracht, mit diesem Vorstoß aber für Zwist in den eigenen Reihen gesorgt. Mehrere junge Politiker hatten den Vorschlag abgelehnt und mehr Aufklärung statt eines Verbots von Gewalt-Computerspielen gefordert.

Ein generelles Verbot von Killerspielen gibt es bis heute in Deutschland nicht. Neben Bayern setzten sich auch mehrere andere unionsgeführte Bundesländer für ein generelles Verbot ein, sind damit aber bislang gescheitert.

Nach dem neuen Jugendschutzgesetz, das nach dem Amoklauf in Erfurt beschlossen wurde, können aber alle neuen Medien, auch Internetseiten, als jugendgefährdend auf den Index gesetzt werden. Im vergangenen Jahr verschärfte die große Koalition das Gesetz, um
Jugendlichen den Zugang zu gewaltverherrlichenden Filmen und Computerspielen weiter zu erschweren.

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