09.08.2008 · Während in Peking alle Augen auf die olympischen Wettkämpfe gerichtet sind, hat ein Einheimischer im Zentrum der Stadt einen amerikanischen Touristen getötet. Anschließend stürzte sich der Täter vom Trommelturm in den Tod.
Ein Chinese hat einen Tag nach der Eröffnung der Olympischen Spiele in der Innenstadt von Peking einen amerikanischen Touristen bei einer Messerattacke getötet und dessen Begleiterin sowie deren chinesische Fremdenführerin schwer verletzt. Bei den amerikanischen Opfern handelt es sich nach Angaben des Nationalen Olympischen Komitees der Vereinigten Staaten (USOC) um Familienangehörige eines Trainers der amerikanischen Volleyballspieler.
Nach dem Angriff unterhalb des als Touristenziel bekannten historischen Trommelturms beging der 47 Jahre alte Täter Tang Yongming durch einen Sprung aus der in etwa 40 Meter Höhe gelegenen zweiten Etage des Gebäudes Selbstmord. Über die Motive und Hintergründe der Tat vom Samstag wurde bisher nichts bekannt. Die Polizei sprach aber von einem Einzeltäter.
Bush spricht Angehörigen Beileid aus
Eine Sprecherin der amerikanischen Botschaft in Peking bestätigte den Vorfall am Nachmittag. „Wir beobachten die Situation. Mitarbeiter der Botschaft sind schon ins Krankenhaus gefahren.“ Die Botschaft teilte außerdem mit, amerikanische Diplomaten hätten Kontakt mit weiteren Angehören der Familie aufgenommen, die sich ebenfalls in Peking aufhielten.
Der amerikanische Präsident George W. Bush, der sich seit Freitag in der chinesischen Hauptstadt befindet, wurde über die Vorgänge informiert und sei „mit dem Herzen“ bei den Familien der Opfer. „Das Weiße Haus und die Botschaft haben jede nur erdenkliche Hilfe angeboten“, erklärte ein Sprecher des Präsidenten. Er ergänzte, amerikanische Diplomaten stünden in einem ständigen Austausch mit den zuständigen chinesischen Behörden.
Beratung über Sicherheitsvorkehrungen
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) zeigte sich „tief betrübt, von dem tragischen Vorfall zu hören“, und übermittelte sein „tiefstes Beileid“ an alle Betroffenen. Zugleich bot es „jede nur erdenkliche Hilfe“ an. USOC-Sprecher Darryl Seibel berichtete, das von der Tat betroffene Volleyball-Team sei „zutiefst betrübt und schockiert“. Nach seinen Angaben trugen die amerikanischen Opfer keine Kleidung, die sie als Mitglieder des amerikanischen Teams identifiziert hätte. Es wird noch beraten, ob die Sicherheitsvorkehrungen für das amerikanische Team verstärkt werden müssen. Das erste Spiel der Volleyballer aus den Vereinigten Staaten findet an diesem Sonntag statt, Gegner ist Venezuela.