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9000 Anzeigen Weltweiter Schlag gegen Kinderpornographie

16.04.2009 ·  Deutschen Fahndern ist mit Hilfe einer neuen Software ein weltweiter Schlag gegen Kinderpornografie gelungen. Insgesamt müssen mehr als 9000 Besitzer einschlägigen Materials mit Anzeigen rechnen, teilte das Landeskriminalamt Stuttgart mit.

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Im Kampf gegen Kinderpornografie ist deutschen Fahndern ein Schlag mit weltweiter Auswirkung gelungen. Das baden-württembergische Landeskriminalamt hob eine entsprechende Tauschbörse aus, was bundesweite Durchsuchungen nach sich zog, wie das LKA am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. Insgesamt müssen weltweit mehr als 9000 Besitzer einschlägigen Materials mit Anzeigen rechnen. In Niedersachsen wurden nach Angaben des LKA 100 Ermittlungsverfahren wegen Besitzes von Kinderpornografie eingeleitet, in Bremen 14. Auch im Ausland gab es Festnahmen.

Allein in Deutschland wurden 500 Computer, mehr als 43.000 Datenträger und annähernd 800 Festplatten beschlagnahmt. Darauf seien Darstellungen schwerster sexueller Missbrauchshandlungen an Kleinkindern gespeichert, teilte das LKA mit. Im Zuge der Ermittlungen wurde auch ein 48 Jahre alter Mann aus Niedersachsen festgenommen, in dessen Haus unter anderem Kinderporno-Filme sichergestellt wurden, teilte das LKA Niedersachsen in Hannover mit. Zudem soll der Mann seine beiden sieben und elf Jahre alten Nichten sexuell missbraucht haben.

Software umgeschrieben

Für den Ermittlungserfolg wurde im LKA Niedersachsen Software so umgeschrieben, dass längere Zeit Kinderporno-Aktivitäten im Internet aufgezeichnet werden konnten. „So konnten dauerhaft Beweise gesammelt werden, von welchem Rechner aus Daten runtergeladen oder angeboten worden sind“, erläuterte LKA-Sprecher Frank Federau. Außerdem seien die IP-Adressen der Rechner registriert worden, die dann zu den Wohnadressen führten.

Den Angaben zufolge beobachteten die Fahnder die Verbreitung von Filmen über diese Plattform bereits seit Mitte 2008. Rund 8000 Anzeigen leiteten die Internetfahnder des LKA über das Bundeskriminalamt an 91 Nationen weiter. Unter anderem wurden die Behörden in Brasilien, Kanada, Moldawien, Neuseeland, Österreich, in der Schweiz und den Vereinigten Staaten informiert. Nach ersten Rückmeldungen aus dem Ausland haben Ermittlungen dort zur Feststellung und Festnahme weiterer Täter geführt, wie die Behörde mitteilte.

An diesem Freitag unterzeichnet Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen in Berlin Verträge mit fünf der acht großen deutsche Internetanbietern. Diese verpflichten sich damit, den Zugang zu Kinderpornoseiten zu sperren. Geplant ist, dass das Bundeskriminalamt den Internetanbietern tagesaktuelle Sperrlisten liefert. Wer die auf dem Index stehenden Seiten aufruft, dem wird künftig ein Stoppschild angezeigt.

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