07.03.2005 · Schule
An einer Schule im oberpfälzischen Rötz hat am Montag ein 14 Jahre alter Schüler im Klassenzimmer auf einen Lehrer geschossen. Der Schüler traf den Pädagogen jedoch nicht. „Es ist niemand verletzt worden“, sagte Polizeisprecher Manfred Schiegl.
Vor dem Pistolenschuß soll sich der Schüler mit dem Pädagogen gestritten haben. Der 35 Jahre alte Lehrer hatte den Schüler nach der Auseinandersetzung zunächst vor die Tür geschickt. Als der Schüler nach rund 20 Minuten in den Klassenraum zurückkam, bedrohte er den Lehrer mit einem Revolver. Der Mann konnte die Waffe allerdings zur Seite schlagen, dabei habe sich der Schuß gelöst. Die Kugel habe niemanden verletzt.
Am Waffenschrank des Vaters bedient
Der Zwischenfall ereignete sich am Vormittag in der Volksschule von Rötz. Die Mitschüler des Jugendlichen wurden Augenzeugen des Vorfalls. Den Revolver hatte der Jugendliche aus dem Waffenschrank in seinem Elternhaus. Der Vater sei ein Jäger und deshalb im Besitz von Schußwaffen, erklärte der bayerische Innenminister Günther Beckstein (CSU) in München.
Gegen 8.30 Uhr hatte der 14 Jahre alte Schüler in der im Landkreis Cham gelegenen Volksschule während des Unterrichts auf den Lehrer gefeuert. Der Klassenlehrer und der Schulleiter setzten den Jugendlichen außer Gefecht und hielten ihn bis zum Eintreffen der Polizei fest. Die Beamten nahmen den Schüler schließlich in Gewahrsam.
Schlimmeres verhindert
Nach dem Zwischenfall hatten die Einsatzkräfte das gesamte Schulareal abgeriegelt. Bei den Ermittlungen in dem Klassenraum wurde das Einschußloch entdeckt. Die anderen Klassen blieben noch einige Zeit in der Grund- und Hauptschule und wurden dann aus dem Gebäude geführt. Fachkräfte des Roten Kreuzes kümmerten sich um die psychologische Betreuung der Schüler, Eltern sowie Lehrer.
Bayerns Kultusministerin Monika Hohlmeier zeigte sich bestürzt über die Gewalttat. „Es ist erschütternd, daß die Schule vor derartigen Anschlägen nicht vollkommen geschützt ist“, sagte die CSU- Politikerin. Durch das beherzte und mutige Eingreifen hätten der betroffene Lehrer und der Schuldirektor Schlimmeres verhindern können.